Holocaust-Gedenktag: Netanjahu warnt vor Hass gegen Israel

JERUSALEM (inn) - Israel darf es nicht ignorieren, wenn die Existenz des jüdischen Staates bedroht wird - dies ist eine der wichtigsten Lehren des Holocaust. Das betonte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntagabend bei einer Zeremonie in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem anlässlich des heutigen Holocaust-Gedenktages.

"Es scheint so, dass es viel leichter ist, über die Lehren zu sprechen, die aus der Vergangenheit gezogen wurden, als sie in der Gegenwart und Zukunft umzusetzen", so Netanjahu. Er fügte hinzu: "Neue Unterdrücker leugnen den Holocaust und rufen zu unserer Zerstörung auf. Der Iran und seine Verbündeten, die Hisbollah und die Hamas, fordern offen die Vernichtung des jüdischen Staates. Alle zivilisierten Menschen auf der Welt, all die, die sagen, dass sie die Lektionen des Holocaust gelernt haben, müssen unmissverständlich diejenigen verurteilen, die zur Zerstörung des jüdischen Staates aufrufen."

Netanjahu warnte in seiner Rede zudem vor Hass gegen Israel. Der uralte Hass auf Juden nehme die Form von Hass auf Israel an. "Auch heute gibt es die, die dem jüdischen Staat die Schuld für alles Übel in der Welt geben – von den erhöhten Ölpreisen bis zur Instabilität in unserer Region."

Als weitere Lehre aus dem Holocaust müsse Israel verstehen, dass es wichtig für den Staat sei, sein Schicksal selbst zu kontrollieren. "Unsere Beziehungen mit den führenden Ländern in der Welt, und mit anderen Ländern im allgemeinen, sind extrem wichtig für uns, und wir investieren in sie, pflegen und entwickeln sie. Aber wenn wir nicht die Fähigkeit haben, uns selbst zu schützen, wird die Welt nicht an unserer Seite stehen", so der Regierungschef.

Netanjahu betonte weiter, dass sein Land nach Frieden strebe. "Wie strecken unsere Hände in Frieden allen unseren Nachbarn entgegen, die friedlich mit uns leben wollen. Aber wir werden denen standhalten, die uns verletzen wollen. Und heute, am Holocaust-Gedenktag, rufe ich all unsere Feinde auf und sage, dass sie eine Sache über das jüdische Volk wissen sollten: Sie stehen dem gewaltigen Geist eines Volkes gegenüber, welches das schlimmste Übel überwunden hat, das die Menschheit je gesehen hat. Und die Welt muss wissen, wenn das Volk Israel und die israelische Armee sagen ’nie wieder‘ – dann meinen sie das auch."

Mit dem Holocaustgedenktag Jom HaSchoah wird der sechs Millionen Juden gedacht, die durch die Nationalsozialisten ermordet wurden. Am Montagmorgen heulten dazu im ganzen Land die Sirenen und die Menschen verharrten für zwei Schweigeminuten. Der Jom HaSchoah fällt in diesem Jahr auf den 28. Tag des jüdischen Monats Nissan und endet am Montag mit Sonnenuntergang.

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