Hisbollah überrascht von israelischer Offensive

BEIRUT (inn) – Israel hat die Hisbollah mit ihrer Reaktion auf die Angriffe vor zwei Wochen überrascht. Die Terrorgruppe habe mit Verhandlungen und einem Gefangenenaustausch gerechnet, gab ein stellvertretender Hisbollah-Führer am Dienstag erstmals zu.

„Die Wahrheit ist, und ich muss das deutlich sagen, dass wir keine so heftige Reaktion erwartet haben“, sagte Mahmud Kumati. Sie hätten sich auf eine „normale und begrenzte“ Antwort eingestellt, wie es bisher der Fall gewesen sei: den Einsatz kleiner militärischer Einheiten im Libanon, eine Entführung von Hisbollah-Mitgliedern oder Angriffe auf bestimmte libanesische Ziele.

Die Terrorgruppe hatte am 12. Juli nach einem Überfall auf ein Militärfahrzeug zwei israelische Soldaten verschleppt. Danach habe die Hisbollah erneut Verhandlungen und einen Gefangenenaustausch erwartet, fügte Kumati laut der Zeitung „Jediot Aharonot“ hinzu. Wie im Jahr 2004 hätte ein deutscher Vermittler eingeschaltet werden sollen. Damals hatte die Hisbollah einen israelischen Geschäftsmann und die Leichen dreier Soldaten an Israel übergeben. Im Gegenzug ließen die Israelis mehr als 400 arabische Häftlinge frei.

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