Herzog warnt vor Iran und Antisemitismus

Der israelische Präsident Herzog trifft in London den britischen Premier Johnson. In den Gesprächen geht es um den Klimawandel, die Hamas und die iranischen Atombestrebungen.
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Boris Johnson (links) und Jitzchak Herzog tauschten sich über die internationalen Atomverhandlungen mit dem Iran aus

Foto: Kobi Gideon, GPO

Boris Johnson (links) und Jitzchak Herzog tauschten sich über die internationalen Atomverhandlungen mit dem Iran aus

LONDON (inn) – „Die Welt hat nicht viel Zeit“, um eine Lösung bezüglich des iranischen Atomprogramms zu finden. Das sagte der britische Premierminister Boris Johnson (Konservative Partei) bei einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Jitzchak Herzog am Dienstag. Herzog forderte seinen Gastgeber und die anderen westlichen Verbündeten auf, bei dem in der kommenden Woche stattfindenden Atomgesprächen eine harte Haltung einzunehmen: „Seien Sie so hart wie möglich, denn wir glauben nicht, dass sie (der Iran, Anm. d. Red.) in gutem Glauben handeln, und nur wenn alle Optionen auf dem Tisch liegen, können sich die Dinge in die richtige Richtung bewegen.“

Vor dem Gespräch mit Johnson hatte Herzog bereits mit 100 britischen Abgeordneten über das iranische Atomprogramm gesprochen. Er forderte sie auf, Druck auf die britische Regierung auszuüben, damit diese in den Atomverhandlungen Härte gegenüber dem Iran zeige.

Johnson: „Schrecklicher“ Anschlag in Jerusalem

Herzog dankte dem britischen Premier für die Bestrebungen, die gesamte Hamas als Terrorgruppe einzustufen. Dies sei „eine sehr wichtige Botschaft an Terror-Organisationen und globale Radikale, die versuchen, die Situation im Nahen Osten zu untergraben“. Johnson bezeichnete die geplante Einstufung als richtigen Schritt. Außerdem verurteilte er den Terroranschlag der Hamas in Jerusalem. Dabei kam am Sonntag ein Israeli ums Leben, vier weitere Menschen wurden verletzt: „Ich denke, es ist die richtige Entscheidung. Es war eine schwierige und umstrittene Entscheidung, aber ich denke, es war die richtige Entscheidung, und übrigens eine Entscheidung, die meiner Meinung nach durch den entsetzlichen Vorfall, den wir in Israel gesehen haben, fast sofort bestätigt wurde. Schrecklich“, sagte Johnson.

Bei einer Veranstaltung des Londoner Fußballclubs Chelsea am Sonntag zeigte sich Herzog in einer Ansprache besorgt über Antisemitismus im Sport: „Die Kultur und Politik des Sportes bringen manchmal das Schlimmste des Menschen zum Vorschein. Das sehen wir immer wieder bei antisemitischen Vorfällen inner- und außerhalb der Stadien.“ Bei der Veranstaltung war auch der russisch-israelische Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch anwesend.

„Alle Juden sollen sich in Israel zu Hause fühlen“

Herzog traf sich während seiner Reise ebenfalls mit Vertretern des britischen Judentums. Dabei machte er deutlich, dass Israel jederzeit Juden willkommen heiße: „Wir investieren viel Zeit und Mühe, um sicherzustellen, dass alle Juden, wo auch immer sie leben, egal welcher Strömung sie angehören und egal woran sie glauben oder nicht glauben, sich in Israel zu Hause fühlen.“

Am Montag traf sich Herzog sich mit Prinz Charles, dem britischen Thronfolger, zu einem Gespräch über den Klimawandel, regionale Bedrohungen und der Erinnerung an den Holocaust. Ebenfalls am Montag gab es ein Treffen zwischen Herzog und der Außenministerin Elizabeth Truss. Am Dienstagabend endete der dreitägige Großbritannien-Besuch.

Von: mas

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