Der Hauptverdächtige in dem Fall des gekidnappten und lebendig verbrannten arabischen Teenagers befindet sich bis Freitag in Untersuchungshaft, ebenso wie zwei weitere geständige Tatverdächtige, die minderjährig sind. Bei psychologischen Tests kam laut Polizei heraus, dass der Hauptverdächtige starke psychische Probleme hat. Vor zwei Jahren wurde er verhaftet, weil er versucht hatte, seine Tochter im Babyalter zu erwürgen. Seitdem sei er in psychologischer Behandlung.
Dieser Polizei-Bericht bestätigt Äußerungen, die der Vater des Verdächtigen vor einer Woche gemacht hatte. Sein Sohn „hat psychische Probleme. Er ist ein lieber Mensch und würde so etwas nicht tun. Wenn er so etwas getan hat, rührt das von seiner Krankheit her“, zitiert das Nachrichtenportal „Arutz Scheva“ den Vater. Weiter merkte dieser an, dass einer der minderjährigen Verhafteten „auch Tabletten nimmt“. Er gehe nicht zur Talmud-Schule, weil er unter Ängsten leide. „Ich kenne jedes Kind sehr gut.“ Sie seien gute Menschen und nicht in der Lage, Böses zu tun. Die drei Täter seien miteinander verwandt, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. „Er (der Hauptverdächtige) ist psychisch krank und er hat sie mit hineingezogen. Er hat eine Krankheit, das weiß jeder“, sagte der Vater.
Die Jugendlichen hätten gestanden, dass der Mord am Araber Muhammad Abu Chdeir Rache war für den Mord an drei israelischen Teenagern. Die Polizei gab neue Details der Tat bekannt. Die Verdächtigen hätten ihre Tat vorsätzlich geplant und sich Handschellen und Benzin besorgt. Die Untersuchungen bestätigten, dass zwei der drei Tatverdächtigen bereits eine Nacht vor der Tat einen anderen Jungen überwältigen wollten. In der darauffolgenden Nacht kurz vor 4 Uhr stießen sie auf Chdeir und entschieden sich, ihn zu töten. Sie nahmen ihn gefangen, zerrten ihn ins Auto und fuhren in einen Jerusalemer Wald. Dort zogen sie ihn wieder aus dem Auto. Der erwachsene Verdächtige schlug den Palästinenser mehrere Male mit einem Eisenrad auf den Kopf und zündete ihn an. Laut Ermittlern versuchten die drei Verdächtigen in den folgenden Tagen, Beweismaterial zu vernichten.
In dem Mordfall wurden vier weitere Männer verhaftet, die sich nun in Hausarrest befinden. Einer von ihnen gab gegenüber der Polizei an, dass er über den Mord Bescheid wusste, nachdem er stattgefunden hatte.