Kanada unterstütze Israel schlicht, weil es „richtig“ sei, bekräftigte Harper vor den israelischen Abgeordneten. „Nach Generationen der Verfolgung verdient das jüdische Volk sein eigenes Heimatland, in dem es sicher und friedlich leben kann. Unsere Sicht auf Israels Existenzrecht als jüdischer Staat ist absolut und nicht verhandelbar“, sagte der kanadische Regierungschef laut Mitteilung des israelischen Außenministeriums.
Ablehnung der Einseitigkeit
Die Unterstützung für Israel bedeute etwa die Weigerung, Israel einseitig zu kritisieren und mit zweierlei Maß zu messen. Kein Staat sei über Kritik erhaben, unterstrich Harper. Aber einseitige Israel-Kritik sei eine neue Form des Antisemitismus‘. „Menschen, die niemals sagen würden, dass sie die Juden hassen und ihnen für eigene Fehler die Schuld geben, bekunden anstatt dessen ihren Hass auf Israel und beschuldigen den jüdischen Staat für die Probleme im Nahen Osten.“
Der kanadische Premier erklärte weiter, Israel und Kanada seien „beste Freunde“. Die Beziehung beider Länder „wurzelt in der Geschichte, nährt sich aus gemeinsamen Werten und wird an höchsten Stellen von Regierung und Handel bestärkt als Ausdruck einer inneren Überzeugung“. Insbesondere sei Israel das einzige Land im Nahen Osten, dass sich den Werten der Freiheit, der Demokratie und der Herrschaft des Rechts verschrieben habe.
Strategisches Interesse
Aus diesem Grund liege in der Unterstützung Israels auch ein strategisches Interesse. „Viele der feindlichen Kräfte, mit denen Israel konfrontiert ist, sind auch den westlichen Staaten feind. Israel leistet ihnen meist aus den gleichen Gründen Widerstand, aus denen heraus wir es tun. Aber Israel ist nun mal um einiges näher dran.“
Im Sinne dieses strategischen Interesses werde Kanada die eigenen Sanktionen gegenüber dem Iran aufrechterhalten. Die internationale Gemeinschaft hatte die Sanktionen gelockert, nachdem der Iran nach erstem Ermessen seine Auflagen im Atomstreit erfüllt hat. Israel befürchtet, hinter dem Atomprogramm des Iran stehe die Absicht, eine Atombombe zu bauen.
Finanzielle Hilfe für Palästinenser
Kanada habe auch ein Interesse an einer „gerechten und sicheren Zukunft für das palästinensische Volk“. Daher unterstütze Kanada einen palästinensischen Staat. „Mit Israel teilen wir die Hoffnung, dass die Palästinenser einen lebensfähigen, demokratischen Staat wählen werden, der in Frieden neben dem jüdischen Staat existiert.“ Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, ergänzte Harper.
Der kanadische Regierungschef hatte sich vor seiner Rede in der Knesset mit dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, in Ramallah getroffen. Dort kündigte er an, den Palästinensern ein neues Hilfsprogramm im Umfang von umgerechnet 45 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die Gelder dienten dem wirtschaftlichen Aufbau der Palästinensergebiete und der Förderung des Friedensprozesses, teilte das Büro Harpers mit.