Hamas verurteilt Fatah-Anhänger zum Tode

GAZA (inn) - Ein Militärgericht der Hamas im Gazastreifen hat am Sonntag drei Mitglieder der rivalisierenden Fatah-Partei zum Tod durch Erschießen verurteilt. Den Palästinensern wird vorgeworfen, im Mai 2007 zwei Journalisten getötet zu haben. Die Fatah warnte unterdessen vor der Umsetzung der Todesstrafe. Sie bezeichnete die Urteile als "illegal".

Bei der Gerichtsverhandlung war nur einer der Männer anwesend. Die beiden anderen wurden in Abwesenheit verurteilt. Sie wurden für schuldig befunden, im Mai 2007 während des Bruderkrieges zwischen Hamas und Fatah die Journalisten Muhammad Abdo und Suleiman al-Aschi entführt und getötet zu haben. Die Männer waren für die der Hamas nahestehende Zeitung "Palästina" tätig. Alle drei Verurteilten haben die Möglichkeit, das Urteil anzufechten.

Laut palästinensischem Gesetz muss die Todesstrafe noch vom Präsidenten bestätigt werden. Die Hamas ist der Ansicht, dass die Amtszeit von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Januar abgelaufen ist. Wie Hamas-Sprecher Tahir an-Nunu am Montag bekannt gab, setze sich derzeit ein spezielles Komitee damit auseinander, wie mit diesen und anderen Todesurteilen umgegangen werden soll. Sollte der Ausschuss die Ausführung der Todesstrafen empfehlen, so werde dies geschehen. "Wenn sie uns empfehlen zu warten, dann werden wir warten", sagte An-Nunu laut der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an".

Fatah warnt vor Eskalation

Unterdessen warnte die Fatah-Patei vor einer Umsetzung der Todesstrafen. Die Urteile basierten auf "boshaften Vergeltungsmaßnahmen", sagte Fatah-Sprecher Fahmi Sa´arir. Sollten sie vollstreckt werden, würde es eine "Eskalation" geben, welche sich die Hamas nicht vorstellen könne. Die Strafen seien illegal, da die Hamas auf illegalem Weg die Macht im Gazastreifen an sich gerissen habe, so Sa´arir.

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