Hamas richtet zwei angebliche Kollaborateure hin

GAZA (inn) - Die Hamas-Regierung im Gazastreifen hat am Dienstag zwei Palästinenser wegen angeblicher Kollaboration mit Israel gehängt. Zuvor war ein Einspruch der beiden Männer gegen die Todesurteile abgewiesen worden.

Die Palästinenser, Vater und Sohn, waren bereits im Jahr 2004 zum Tode verurteilt worden. Sie hätten gestanden, Informationen an die israelische Armee weitergegeben zu haben. Diese hätten die Soldaten unter anderem auf die Spur von Abdel Asis al-Rantisi geführt. Der Hamas-Führer war im Jahr 2004 bei einem Angriff auf sein Auto von der israelischen Armee getötet worden.

Nach der Urteilsvollstreckung zündeten Verwandte der Gehängten aus Protest Reifen auf einer Hauptstraße von Gaza an.

Die Todesstrafe ist nach palästinensischem Gesetz erlaubt. Allerdings müssen die Urteile vom Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), aktuell von Mahmud Abbas, bestätigt werden. Das "Palästinensische Zentrum für Menschenrechte" kritisierte die Hinrichtungen, da Abbas keine Genehmigung hierfür erteilt hatte.

Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an" wurden in diesem Jahr insgesamt drei Todesurteile von den Hamas-Behörden vollstreckt. Im Jahr 2010 waren es fünf. In den meisten Fällen wurde den Männern Spionage für Israel vorgeworfen.

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