Die Anordnung wurde zu Beginn des Fastenmonats Ramadan bekannt gegeben. Aufzeichnungen aus dem Informationsministerium hätten gezeigt, dass Dutzende von Journalisten einen Presseausweis beantragt hätten, schreibt „Ma´an“.
Der Verband palästinensischer Journalisten im Westjordanland, mit Sitz in Ramallah, appellierte an die dortigen Journalisten, alle Berichterstatter zu boykottieren, die den Presseausweis beantragt haben. „Die Aufforderung wurde von früheren Regierungen abgelehnt und kann nicht akzeptiert werden, ohne dass man einen hohen Preis zahlt“, gab der Verband der Journalisten bekannt.
Gleichzeitig rief die Journalistenvereinigung dazu auf „terroristische Mittel“ zu meiden und auf jegliche Zusammenarbeit mit der abgesetzten Regierung in Gaza und deren Informationsministerium zu verzichten. Des Weiteren drohte der Journalistenverband damit, Mitglieder auszuschließen, die mit dem Informationsministerium in Gaza zusammenarbeiten.
Hassan Abu Haschisch, Unterstaatssekretär des Ministeriums, sagte, dass die Vergabe eines Presseausweises im Zuständigkeitsbereich seines Ministeriums liege. Es gebe Menschen, die unter dem Deckmantel einer journalistischen Tätigkeit falsche Nachrichten über den Gazastreifen an die palästinensische Notstandsregierung in Ramallah weiterleiteten, so Haschisch. Aus diesem Grund habe sich die Regierung dazu entschlossen, einen besonderen Presseausweis zu vergeben.
Seit die radikal-islamische Hamas im Juni gewaltsam die Macht im Gazastreifen an sich gerissen hat, stellt sie dort die Regierung. Von der Notstandsregierung im Westjordanland wird diese jedoch nicht anerkannt. Ebenso hält die Hamas-Führung die Notregierung für illegal.