Hamas: Kein Interesse an Abkommen mit Israel

GAZA (inn) – Selbst wenn die Hamas die Wahlen gewinne, würde sie Israel nicht anerkennen. Dies sagte der Führer der radikal-islamischen Hamas in Gaza Mahmud a-Sahar gegenüber der “New York Times.”

“Die Ruhe ist vorbei”, bemerkte er mit Bezug auf den Waffenstillstand, den die palästinensischen Terrorgruppen im vergangenen Jahr mit Israel eingegangen waren. Die Wahlen, die für den 25. Januar angesetzt sind, sind das offizielle Debut der Hamas in der palästinensischen Politik. Seit ihrer Gründung 1987 war die Terrorgruppe darauf fixiert, Israel zu bekämpfen, häufig mit Selbstmordattentaten. Das langfristige Ziel ist es, eine islamische Theokratie einzuführen. Allerdings hatte die Terrorgruppe bereits bei Kommunalwahlen vor allem im Gazastreifen Erfolge erzielt.

Koalition angestrebt

Hamas-Führer A-Sahar erklärte, dass man bei einem Wahlsieg die israelisch-palästinensischen Vereinbarungen nicht anerkennen werde, jedoch zusammen mit der Fatah-Partei eine Regierung bilden wolle. “Selbst wenn die Hamas mit überwältigender Mehrheit gewinnen sollte, sind alle palästinensischen Fraktionen zu einer Koalition eingeladen. Die Hamas wird nicht allein regieren.”

Auf die Frage hin, ob seine Organisation ihr langjähriges Ziel, Israel zu zerstören, ändern wolle, winkte A-Sahar nur ab. Die Warnung der EU, der Palästinensischen Autonomiebehörde alle Hilfe abzusagen, wenn die Hamas Teil der neuen Regierung werden sollte und Israels Existensrecht nicht akzeptiere, ließ ihn unbeeindruckt.

Palästinensische Armee geplant

Außerdem habe er nicht vor abzurüsten, wie von internationalen Friedensvermittlern gefordert, sondern eine gemeinschaftliche palästinensische Armee zu gründen. Der Abzug der Israelis aus dem Gazastreifen habe die Politik der Hamas gerade in Bezug auf Gewaltangriffe, Selbstmordanschläge einbezogen, nur bestätigt: “Sie sind aus Gaza verschwunden, und das war nicht das Geschenk der Israelis.”

A-Sahar schließt nicht aus, dass es am Wahltag zu innerpalästinensischen Unruhen kommen könnte. Seine Organisation werde jedoch versuchen, einen Bürgerkrieg zu vermeiden.

Abschließend weist er Vorwürfe zurück, nach denen die Hamas in Verbindung mit dem Terrornetzwerk “Islamische Brigaden” (“Al-Qaida”) stehe. “Unsere Operationen bewegen sich ausschließlich in Palästina”, so A-Sahar. Das Projekt der Hamas bestehe nur darin, sowohl das korrupte System, als auch die korrupte Regierung abzulösen.

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