Halbzeit: Gnadenfrist für Kollaborateure währt noch einen Monat

GAZA (inn) - Warnende Worte: Die Hamas hat Palästinensern, die für den israelischen Geheimdienst arbeiten, Gnade angeboten. Nun ist die Hälfte der zweimonatigen Gnadenfrist verstrichen – und noch nicht alle haben sich gestellt.

Einige Kollaborateure hätten sich den Behörden im Gazastreifen bereits ergeben und ihre Zusammenarbeit mit dem Inlandsgeheimdienst Schabak „willig bereut“, sagte Ihab al-Ghussein, Sprecher des Hamas-Innenministeriums. Bislang sei erst die Hälfte der Frist vorüber. „Alle, die sich bis zum Stichtag nicht melden, werden keine Gnade mehr finden.“ Die Frist diene lediglich als Schutzfunktion für das palästinensische Volk.

Nach der Ankündigung vor etwa einem Monat seien schon einige Anrufe von Kollaborateuren eingegangen, die sich gestellt hätten, fügte Al-Ghussein laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma´an“ hinzu. Es sei auch möglich, seine Schuld bei Geistlichen zu bekennen.

Die Hamas hatte Mitte April zwei angebliche Kollaborateure hingerichtet. Dies war von Menschenrechtsorganisationen stark kritisiert worden. Bemängelt wurden vor allem die Gesetzeslage und die Gerichtsverhandlungen, weil diese in vielen Fällen nicht ein Minimum des internationalen Standards erreichten.

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