Häusliche Gewalt: 21 Frauen ums Leben gekommen

In Tel Aviv demonstrieren Hunderte gegen die Gewalt gegen Frauen. Anlass dafür haben sie: 2018 sind laut einer Studie in Israel 21 Frauen durch häusliche Gewalt getötet worden.
Dieses Jahr sind 30 Prozent mehr Frauen in Israel durch häusliche Gewalt getötet worden als 2017

Foto: Alexas_Fotos/pixabay

Dieses Jahr sind 30 Prozent mehr Frauen in Israel durch häusliche Gewalt getötet worden als 2017

JERUSALEM / TEL AVIV (inn) – Es ist ein Anstieg um etwa ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr: Durch häusliche Gewalt sind in Israel im Jahr 2018 bislang 21 Frauen ums Leben gekommen. Das geht aus einer Erhebung der „Internationalen Zionistischen Frauen-Organisation“ (WIZO) hervor. Diese veröffentlicht jährlich neue Zahlen im Rahmen des „Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“, der am 25. November begangen wird.

Mehr als 13.000 Frauen sind laut der Organisation im vergangenen Jahr aufgrund von Gewalt medizinisch behandelt worden. In Israel lebten 200.000 misshandelte Frauen sowie eine halbe Million Kinder, die die Gewalt miterlebt haben, berichtet die Zeitung „Yediot Aharonot“.

Häusliche Gewalt wiederholt sich mitunter. Etwa die Hälfte der Frauen, die in den vergangenen zwei Jahren getötet wurden, hatten zuvor einen Missbrauch bei der Polizei gemeldet.

Mit einer Kampagne will die Organisation WIZO dieses Jahr den Fokus auf Männer legen, die im Kreislauf von Gewalt gefangen sind. In einem dem Video möchte der israelische Schauspieler Lior Aschkenasi für das Thema sensibilisieren. In dem Clip erklärt er: „Ein Mann wird nicht gewalttätig geboren, er wird erst zu einer gewalttätigen Person.“

Demonstration in Tel Aviv

Am Sonntagabend gingen hunderte Demonstranten in Tel Aviv auf die Straße. Sie protestierten gegen die Gewalt gegen Frauen und Sexismus. Die Demonstranten prangerten Frauenfeindlichkeit an. Zudem forderten sie Maßnahmen von der Regierung, um die Misshandlungen von Frauen und die Gewalt in Israel zu stoppen.

Unter den Demonstranten fanden sich auch Politikerinnen. Die Knessetabgeordneten Merav Michaeli (Zionistische Union), Tamar Sandberg (Meretz) und Zippi Livni (Zionistisches Lager) unterstützten die Aktion in Tel Aviv, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Von: mab

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