Gruppe von Palästinensern in Bagdad entführt

BAGDAD (inn) – Im Irak sind am Dienstag mindestens 17 Palästinenser entführt worden. Nach Angaben des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) trugen die bewaffneten Entführer Polizeiuniformen.

Die Angreifer hätten ein Gebäude in der Hauptstadt Bagdad betreten, welches das Hochkommissariat für palästinensische Flüchtlinge angemietet habe, sagte UNHCR-Sprecher Ron Redmond vor Journalisten in Genf. Sie hätten Türen und Fenster zerbrochen und 17 Männer verschleppt. Die Frauen hätten sie in dem Haus gelassen. Später seien mehrere Palästinenser wieder freigekommen, doch er habe darüber keine näheren Informationen. Palästinensischen Medien zufolge betrug die Zahl der Entführten bis zu 27.

“Das UNHCR ist sehr besorgt und bemüht sich darum, von den irakischen Behörden etwas über den Aufenthaltsort der Palästinenser zu erfahren”, fügte Redmond laut der “Jerusalem Post” hinzu. In Bagdad lebten rund 15.000 palästinensische Flüchtlinge. “Palästinenser sind immer häufiger Ziele von Tötungen, Entführungen, Belästigung und anderen Übergriffen.” Oft erhielten sie nicht die Papiere, die sie benötigten, um das Land zu verlassen. “Viele von denen in Bagdad, die versucht haben zu gehen, sind von einer Miliz zurückgebracht worden.”

Während der Herrschaft von Diktator Saddam Hussein waren die Palästinenser im Irak bevorzugt behandelt worden. Sie befürworteten 1990 die Invasion in Kuwait, die später den Golfkrieg auslöste. Seit Husseins Entmachtung im Jahr 2003 werden sie immer wieder angegriffen.

Unterdessen forderte der Sonderbeauftragte von UN-Generalsekretär Ban Ki-Mun mehr Sicherheit für die Palästinenser in dem Golfstaat. “Wir treten weiter für einen besseren Schutz der palästinensischen Gemeinschaft im Irak ein”, hieß es in einer Mitteilung von Aschraf Kasi. “Aber unter den gegenwärtigen Umständen ist eine Rückkehr in den Irak keine Option, bis die Sicherheit wiederhergestellt wird. Gerade jetzt ist es eine unerträgliche Lage für die Palästinenser, und sie wird jeden Tag schlechter.”

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