Großbrände: Europäische Staaten helfen Israel

Israel erlebt seine schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Der Sicherheitsminister hat Hinweise, dass es sich auch um Brandstiftung handelt. Zahlreiche europäische Staaten schicken Löschflugzeuge.
Polizeikräfte und Feuerwehrmänner haben auch in der Gegend um Haifa mit den Waldbränden zu kämpfen
Polizeikräfte und Feuerwehrmänner haben auch in der Gegend um Haifa mit den Waldbränden zu kämpfen

JERUSALEM (inn) – Großbrände wüten seit Mittwoch in Israel, darunter in den Gebieten um Jerusalem und Haifa. Zum einen hängen die Wildfeuer mit dem trockenen und windigen Spätherbstwetter zusammen. Zum anderen vermutet Sicherheitsminister Gilad Erdan Brandstiftung, wie der Nachrichtensender „i24News“ berichtet.
Erdan schätzt, dass die Hälfte der Brände gelegt worden ist. Die Polizei geht zum Teil von nationalistischen Hintergründen aus. Der Sicherheitsminister hat in der vergangenen Nacht die Polizeipräsenz in den Regionen erhöht. Die Polizisten sollen potenzielle Brandstifter auf offenen Feldern an der Grenze zum Westjordanland abschrecken. Staatspräsident Reuven Rivlin kündigte Untersuchungen an und versprach, die Brandstifter vor Gericht zu bringen.

Internationale Hilfe unterwegs

Israel hat derweil andere Nationen bei den Wildfeuern um Hilfe gebeten. Länder wie Griechenland, Italien, Kroatien und Zypern haben ihre Unterstützung zugesagt. Diverse Löschflugzeuge sind auf dem Weg nach Israel. Aus Griechenland und Zypern sind Donnerstagmorgen bereits vier Flugzeuge und 49 Spezialkräfte eingetroffen.
Der israelische Premier Benjamin Netanjahu hat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen, der ebenfalls zwei Löschflugzeuge versprach. Netanjahu geht davon aus, dass das trockene Wetter bis Freitag vorhalten wird. Im Laufe des Tages sollen weitere acht Löschflugzeuge der helfenden Nationen eintreffen.

Schlimmste Feuer seit Karmel-Katastrophe

Aus der Küstenstadt Haifa sind am Donnerstag bisher 60.000 Menschen wegen der Feuer evakuiert worden. Der zivile Flughafen ist geschlossen, Züge sind ausgesetzt worden. Auch die örtlichen Gefängnisse sollen evakuiert werden. Es sind 350 Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Israel hat zur Unterstützung der Ausnahmesituation zwei Truppenverbände der Rettungseinheit nach Haifa beordert. Auch Soldaten der Reserve sind aufgerufen, beim Kampf gegen die Flammen zu helfen. Die Internetseite „Facebook“ hat die „Safety Check“-Funktion für Haifa aktiviert. Damit können Menschen ihren Angehörigen signalisieren, dass mit ihnen alles in Ordnung ist.
Auch in der Siedlung Talmon in der Benjamin-Region griffen die Brände auf die Häuser über. 40 Feuerwehr-Teams bekämpfen aktuell nahe dem Dorf Neve Ilan, westlich von Jerusalem, außer Kontrolle geratene Feuer. In Galiläa waren Feuerwehrkräfte erfolgreicher. Sie löschten den Brand, nachdem er zwei Häuser beschädigt hatte.
Schätzungen zufolge gab es seit Mittwoch ungefähr 220 Brände, die im mittleren und nördlichen Israel ausgebrochen sind. 21 Menschen wurden am Mittwoch wegen Rauchvergiftung in Krankenhäusern behandelt. Es sind die verheerendsten Großbrände seit der sogenannten Karmel-Katastrophe. Im Jahr 2010 brachen Großbrände im Karmel-Gebirge aus. Insgesamt kosteten die Feuer 44 Leben und zerstörten 74 Gebäude. Es war die schlimmste Feuer-Katastrophe, die Israel in seiner Geschichte erlebt hat. (mm)Hitzewelle in Israel (inn)
Waldbrände bei Jerusalem (inn)
Abkommen zwischen Israel und Zypern (inn)

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