GAZA (inn) – Israel und Ägypten haben den Grenzübergang Rafah nach drei Wochen wieder geöffnet. In den vergangenen Wochen waren acht Palästinenser gestorben, nachdem sie tagelang ohne medizinische Versorgung, Unterkunft oder fließendes Wasser an der Grenze ausgeharrt hatten.
Israel hatte den Grenzübergang am 25. Juni geschlossen, nachdem Palästinenser einen israelischen Wachposten überfallen und den Soldaten Gilad Schalit entführt hatten.
Etwa 5.000 Menschen warteten auf der ägyptischen Seite. In der ersten Stunde nach der Öffnung der Tore am Dienstag gingen etwa 300 Palästinenser in den Gazastreifen. Die Straße zwischen Rafah und El-Arisch, der größten Stadt im Norden des Sinais, füllte sich mit Autos und Bussen, in denen Palästinenser zur Grenze kommen wollten. Auf der anderen Seite in Gaza warteten zahlreiche leere Busse, um die Reisenden aufzunehmen.
Der Grenzübergang soll für einen Tag offen bleiben. Das israelische Verteidigungsministerium will am Dienstagabend darüber entscheiden, ob der Übergang noch länger geöffnet bleiben soll, hieß es aus Jerusalem.
„Ich werde nicht noch einmal nach Ägypten kommen wegen der Schmerzen und Leiden, die ich und meine Frau erlitten haben“, sagte ein 50-jähriger Palästinenser aus Chan Junis, der seit drei Wochen auf die Rückkehr wartet, gegenüber der Tageszeitung „Ha´aretz“.
Armee zieht aus Beit Hanun ab
Die israelische Armee hat am Montagabend ihre Einheiten aus Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen zurückgezogen. Damit beendeten die Truppen eine zwei Tage andauernde Operation. 15 Panzer fuhren, begleitet von fünf Hubschraubern, in Richtung israelische Grenze.
Wie Bewohner der Stadt berichten, haben die israelischen Truppen viel Zerstörung in dem Gebiet angerichtet. Häuser seien beschädigt, Äcker und Wasserleitungen zerstört worden.