Der 32-Jährige wurde unter anderem wegen Bestechung und Vertrauensbruch in 49 Fällen verurteilt. Er hatte 14 Jahre als Grenzpolizist gearbeitet. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung war er Kommandeur am Checkpoint "Givat Se´ev" über den der Zutritt vom Westjordanland nach Jerusalem möglich ist.
Marai hatte zugegeben, zusammen mit zwei weiteren Sicherheitskräften und einem zivilen Komplizen palästinensische Lkw-Fahrer gegen Geld ohne Sicherheitskontrollen nach Israel gelassen zu haben. Der zivile Komplize habe Marai und den beiden anderen Polizisten umgerechnet rund 1.000 Euro für jedes durchgelassene Fahrzeug gezahlt.
Die meisten Fahrzeuge, die auf diese Weise vom Westjordanland nach Israel gelangt seien, hätten Waren enthalten, unter anderem Eier. Die Einfuhr von landwirtschaftlichen Produkten wie Fleisch, Milch oder Eier aus den palästinensischen Autonomiegebieten nach Israel ist aufgrund von Gesundheitsrisiken verboten.
Richter Amnon Cohen teilte zu dem Urteil laut der Tageszeitung "Jerusalem Post" mit, die harte Strafe reflektiere die Schwere des Vergehens. Er wies darauf hin, dass der Gesetzgeber und auch der Oberste Gerichtshof darum bemüht seien, die Bestrafung für Bestechung zu erhöhen. Bei seiner Entscheidung habe er die Zeugenaussage von Jehuda Jehoschua, dem zuständigen Kommandeur für die Kontrollpunkte um Jerusalem, berücksichtigt, so Cohen. Jehoschua hatte darauf hingewiesen, dass Korruption unter den Grenzpolizisten verbreitet sei. Die finanziellen Anreize seien hoch, die Bestrafung sei hingegen zu gering und wirke nicht abschreckend.