Googles Empfehlungen für Juden

MOUNTAIN VIEW (inn) – Die Online-Suchmaschine Google sorgt mit ihren automatisierten Suchvorschlägen hin und wieder für Irritationen. Für Juden hält der Algorithmus sehr spezielle Empfehlungen bereit.
Israel und Palästina verlassen, den Holocaust überwinden: Das sind Googles Empfehlungen für Juden.
Israel und Palästina verlassen, den Holocaust überwinden: Das sind Googles Empfehlungen für Juden.

Google liefert automatisch Vorschläge, wenn man gewisse Begriffe eingibt. Das kann nützlich sein, wenn man ein Gemüse, Kraut oder eine Frucht als Suchbegriff eingibt, um gleich zu einem Rezept oder zur sonstigen Verwertung geführt zu werden. Doch bei politischen Themen können Googles Empfehlungen auch problematisch sein. Beim englischen Suchbegriff „Jews should“ („Juden sollten“) kann man auswählen zwischen: „Juden sollten Israel verlassen“, „Juden sollten den Holocaust überwinden“ und „Juden sollten nach Polen zurückkehren“.
Nach Angaben des Nachrichtendienstes „Algemeiner“ habe Google in letzter Zeit seine automatischen Vorschläge wegen allzu antisemitischer Auswüchse überarbeitet. Bei dem Suchbegriff „Jews should“ wurde bis vor kurzem noch automatisch vorgeschlagen: „Juden sollten ausgelöscht werden“, „Juden sollten sterben“ und „Juden sollten sich dafür entschuldigen, Jesus getötet zu haben“.
Gibt man auf der deutschen Google-Seite die Worte „Juden sind“ ein und drückt Enter, erscheinen die laut Google-Algorithmus populärsten Treffer unter den sechs Millionen Ergebnissen. Dazu gehören beispielsweise der Wikipedia-Artikel „An allem sind die Juden schuld“ und Diskussionsseiten zu den Fragen „Wieso sind die Juden immer so böse“, „Warum sind die Juden so mächtig und reich“ oder „Wie viele Juden starben an 9/11“. Außerdem erscheint ein YouTube-Video mit dem Titel „Juden sind die wahren Nazis Teil 3“.
Als „Verwandte Suchanfragen“ listet Google darüber hinaus in einer Tabelle auf: Juden sind reich/schuld/dumm/geizig/Verbrecher/Schweine/schlau/unser Unglück.

Automatische Suchvorschläge ohne menschliches Zutun

Rabbi Abraham Cooper vom Simon Wiesenthal Center erklärte, dass diese Entdeckung nur zeige, wie viel gewisse Rassisten ins Internet investieren, um gewisse Suchbegriffe populär zu machen, damit sie bei Google an die Spitze der Listen vorrücken.
Eine Anfrage von „Algemeiner“ wurde von Google nicht beantwortet. Auf der Webseite der Suchmaschine wird jedoch klar gestellt, dass die automatischen Vorschläge ohne Menschenhand zustande kommen, aufgrund eines Algorithmus, der mehrere Faktoren berücksichtigt. Ebenso behauptet Google, gewisse Elemente zu stoppen, wie Pornographie, Hass, Gewalt und Begriffe, die häufig benutzt würden, um Urheberrechte zu verletzen.
Im vergangenen Jahr ist Google wegen dieser automatischen Vorschläge in Frankreich von anti-rassistischen Organisationen verklagt worden. Das Wort „Jude“ wurde bei Google mit bekannten Politikern, Journalisten und Geschäftsleuten verknüpft. Das berichtete das „PC-Magazin“. Die erreichte Einigung ist nicht veröffentlicht worden.

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