„Golfstaaten könnten Israel um Schutz gegen atomaren Iran bitten“

KUWAIT (inn) - Wenn der Iran eine Atombombe baut, werden die arabischen Golfstaaten möglicherweise Israel um Hilfe bitten. Diese Ansicht äußerte ein Berater der kuwaitischen Regierung und des Golf-Kooperationsrates (GCC) am Dienstag.

Falls der Iran zu einer Atommacht würde, könne Israel neben den USA und Pakistan eines der Länder sein, die von den arabischen Golfstaaten um einen „atomaren Schutzschild“ gebeten würden, sagte der Sicherheitsberater Sami Alfaradsch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei nicht auszuschließen, dass die Israelis auch einen Militärschlag verübten wie 1981 gegen den größten irakischen Reaktor in Osirak.

Ein Iran mit Nuklearwaffen werde seiner Meinung nach ein Wettrüsten innerhalb der Golfregion nach sich ziehen, fügte Alfaradsch hinzu. Dem könnten sich Staaten wie Jordanien, Ägypten, die Türkei und Kasachstan anschließen. Wer kein eigenes Atomprogramm entwickeln könne, werde nach einem schützenden „atomaren Schild“ Ausschau halten. „Ich lehne einen israelischen Atomschirm nicht ab.“

Alfaradsch ist Leiter des Zentrums für Strategische Studien in Kuwait. Neben dem GCC-Generalsekretär und dem kuwaitischen Premier berät er das Außenministerium und das nationale Sicherheitsbüro seines Landes.

Olmert: „Israel hält sich jede Option offen“

Der israelische Regierungschef Ehud Olmert sagte unterdessen bei seinem Besuch in Deutschland: „Wir sind sicher, dass der Iran mit einer ernsthaften (…) Geheimoperation beschäftigt ist, um ein nicht konventionelles Waffenarsenal aufzubauen.“ In einem solchen Fall „wird keine Option ausgeschlossen“, um dem vermeintlichen Nuklearwaffenprogramm der islamischen Republik entgegenzutreten.

Simon Henderson vom Institut für Nahostpolitik in Washington rechnet damit, dass der Iran ähnlich wie Pakistan 1998 plötzlich als Atommacht auftreten könnte: „Wir werden eines Morgens aufwachen und erfahren, dass es einen iranischen Atomtest gegeben hat.“

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