Goldstone will umstrittenen Bericht nicht zurücknehmen lassen

JERUSALEM (inn) - Richard Goldstone hat Äußerungen zurückgewiesen, nach denen er sich um die Annullierung des nach ihm benannten "Goldstone-Berichtes" zum Gaza-Krieg bemühen werde. Unterdessen teilte ein weiteres Mitglied der damals für den UN-Bericht zuständigen Kommission mit, eine Rücknahme des Reportes sei nicht erforderlich.

Goldstone wies Aussagen des israelischen Innenministers Eli Jischai zurück, laut denen er den UN-Bericht zurücknehmen wolle. Wie er in seinem jüngsten Artikel in der "Washington Post" mitgeteilt habe, müsse im "Goldstone-Bericht" die Aussage korrigiert werden, nach der Israel absichtlich Zivilisten angegriffen habe. Ansonsten gebe es derzeit keinen Grund zu der Annahme, dass weitere Teile des Berichtes überdacht werden müssten, sagte Goldstone laut einer Meldung der Tageszeitung "Jediot Aharonot" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AP.

Jischai habe ihn angerufen und sich bei ihm dafür bedankt, dass er in dem "Washington Post"-Artikel den Bericht revidiert hat, sagte Goldstone weiter. Er habe dem Innenminister für dessen Anruf gedankt und diesem versichert, dass seine größte Sorge der "Wahrheit, Gerechtigkeit und den Menschenrechten" gelte. Jischai habe ihn nach Israel eingeladen, teilte Goldstone weiter mit. Er habe die Einladung angenommen, könne jedoch nicht vor Juli kommen. Am Ende des Gespräches habe er seine "Liebe für Israel" zum Ausdruck gebracht.

Unterdessen teilte ein weiteres Mitglied der für den Bericht zuständigen UN-Kommission, die pakistanische Anwältin für Menschenrechtsfragen, Hina Dschilani, mit, sie sei gegen eine Annullierung des Reportes. "Kein Prozess und keine akzeptable Prozedur würden den UN-Bericht entkräften, wenn das passiert, dann wird das als verdächtige Maßnahme angesehen werden." Dschilani fügte hinzu: "Die UN dürfen nicht zulassen, dass Straflosigkeit fortbesteht und müssen handeln, wenn sie eine glaubhafte internationale Einrichtung bleiben wollen."

Der "Goldstone-Bericht" fasst die Ergebnisse einer UN-Kommission zusammen, welche die Vorfälle während der israelischen Operation "Gegossenes Blei" gegen die Hamas im Gazastreifen zum Jahreswechsel 2008/2009 untersucht hat. In ihm werden sowohl Israel als auch bewaffneten palästinensischen Gruppen Kriegsverbrechen vorgeworfen. Nach mehr als zwei Jahren hatte Goldstone die Behauptung in Frage gestellt, dass Israel gezielt Zivilisten angegriffen habe.

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