Gilad Schalit: 1.700 Tage in Gefangenschaft

JERUSALEM (inn) - Hunderte Menschen haben in der Nacht zum Sonntag vor der Residenz von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu in Jerusalem für die Freilassung des von Palästinensern entführten Israelis Gilad Schalit demonstriert. Der Soldat befindet sich nun seit 1.700 Tagen in den Händen der Hamas. Seine Mutter, Aviva Schalit, forderte von Netanjahu: "Bring Gilad nach Hause, bevor es zu spät ist. Ich will meinen Sohn zurück".

An der Kundgebung nahmen laut der Tageszeitung "Jediot Aharonot" unter anderem auch Landwirtschaftsministerin Orit Noked, der frühere Leiter des Inlandsgeheimdienstes Schabak, Carmi Gillon, und der Schriftsteller Meir Schalev teil. Noked betonte in ihrer Ansprache: "Alle, die sich hier sorgen, müssen mit ihrem Aufruf weitermachen und ihr Bestes geben, um die Öffentlichkeit daran zu erinnern, dass Gilad immer noch nicht hier ist. Um daran zu erinnern, dass viele Minister, mich eingeschlossen, bereit dazu sind, den hohen Preis zu bezahlen und Terroristen mit Blut an den Händen freizulassen, damit wir unsere menschlichen, nationalen und moralischen Verpflichtungen gegenüber diesem Soldaten erfüllen, den wir in den Kampf geschickt haben."

Ex-Schabak-Leiter Gillon kritisierte die Politik der Regierung in dieser Angelegenheit: "Der Staat Israel ist heute dazu in der Lage, wie bereits in der Vergangenheit mit der Freilassung von Terroristen umzugehen. Gott stehe uns bei, wenn wir es nicht tun."

Der damals 19-jährige Gilad Schalit war am 25. Juni 2006 von bewaffneten Palästinensern in den Gazastreifen verschleppt worden. Das letzte Lebenszeichen war ein im Oktober 2009 veröffentlichtes Video vom 14. September desselben Jahres. Für seine Freilassung verlangt die Hamas die Entlassung von rund 1.000 in Israel inhaftierten Palästinensern.

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