Die Palästinenser demonstrieren gegen hohe Lebenshaltungskosten und die jüngste Erhöhung des Kraftstoffpreises um fünf Prozent. Die Demonstrationen hatten vor einigen Tagen friedlich begonnen. Am Montag blockierten die Teilnehmer jedoch Hauptstraßen, zündeten Reifen an und warfen Steine auf Einrichtungen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und auf Polizisten. Am größten war die Gewalt in der Stadt Hebron. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“, warfen dort Tausende Demonstranten Steine auf Gebäude der Stadtverwaltung, der Feuerwehr und auf Geschäfte. Dabei richteten sie erheblichen Schaden an.
Madschdi Salaymeh von der Stadtverwaltung in Hebron verurteilte die Angriffe. Diese dienten lediglich den Interessen der „israelischen Besatzung“. Der Gouverneur von Hebron, Kamel Hmeid, betonte, friedliche Proteste seien erlaubt. Die Sicherheitskräfte würden nicht gegen solche vorgehen. Aktuell sei die Polizei jedoch zum Einschreiten gezwungen gewesen, da die Mitarbeiter der Stadtverwaltung um ihr Leben gefürchtet hätten.
Im Zentrum von Ramallah führten wütende Demonstranten einen Sitzstreik durch. Sie forderten den Premierminister im Westjordanland, Salam Fajjad, zum Rücktritt auf. Zudem verlangten sie Preissenkungen für Treibstoff und elementare Güter. Ähnliche Proteste gab es in Dschenin, Tulkarm, Bethlehem, Jericho und Nablus.
In Bethlehem kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Autofahrern und streikenden Taxifahrern, die mehrere Straßen blockierten. Beide Seiten hätten sich mit Steinen beworfen, bis sie von Sicherheitskräften auseinandergetrieben wurden.
Nur Odeh, eine Sprecherin der Palästinensischen Autonomiebehörde, sagte gegenüber „Ma‘an“, „die Regierung ist hier, um das Recht der Menschen auf Protest zu schützen, aber auch, um ihr Leben und ihren Besitz zu schützen“. Sie fügte hinzu, die PA müsse sichergehen, dass diejenigen zur Verantwortung gezogen werden, die das Gesetz verletzten.
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hatte bislang versucht, Israel für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten verantwortlich zu machen. Der Ärger der palästinensischen Öffentlichkeit richtet sich bislang jedoch ausschließlich gegen ihre eigene Führung.