Kleines Fundstück: Das Amulett ist Zeugnis der Islamischen Periode in Jerusalem

Kleines Fundstück: Das Amulett ist Zeugnis der Islamischen Periode in Jerusalem

Amulett mit arabischer Inschrift gefunden

Archäologen in Israel bringen regelmäßig interessante Fundstücke zutage. Selbst die kleinsten Objekte erzählen viel über ihre Zeit. Im Falle eines Amuletts mit arabischer Inschrift kommt die Islamische Periode in den Blick.

JERUSALEM (inn) – Israelische Archäologen haben in Jerusalem ein in dieser Form seltenes Amulett mit arabischer Inschrift entdeckt. Das teilte die Israelische Altertumsbehörde am Donnerstag mit. Das Fundstück ist demnach etwa 1.000 Jahre alt und hat einen Durchmesser von einem Zentimeter. Es wurde auf dem Ausgrabungsgelände des ehemaligen Givati-Parkplatzes nördlich der Stadt Davids, des ältesten Teils Jerusalems, gefunden.

Der Archäologe Nitzan Amitai-Preiss von der Hebräischen Universität hat die Inschrift entziffert. Er vermutet darin einen persönlichen Segen: „Karem vertraut auf Allah. Der Herr der Welten ist Allah.“

Amulett zum Segen

Amitai-Preiss merkt zudem an, dass ähnliche Inschriften auf Halbedelsteinen typisch für die Zeit vom 8. bis zum 10. Jahrhunderts sind. Formulierungen dieser Art finden sich etwa entlang der Pilgerwege nach Mekka. Doch Objekte aus Ton wie das vorliegende seien äußerst selten. Da das Amulett kein Loch für einen Faden hat, war es vermutlich Teil eines Schmuckstücks.

In jedem Fall sehen die Archäologen das Amulett als Beleg für den Alltag im Jerusalem der Islamischen Periode. Diese währte von 638 bis zur Eroberung der Kreuzfahrer 1099. Das Kleinod diente in der Vorstellung seines Besitzers vermutlich dazu, Segen und Schutz zu bringen. Unklar ist jedoch, wie es zwischen den Bodenbelag aus Mörtel gekommen ist, wo es gefunden wurde. Entweder es wurde absichtlich dort platziert, oder sein Besitzer hat es schlicht verloren.

Von: df