Ausgewachsene Pottwale können eine Länge von mehr als 20 Metern erreichen

Ausgewachsene Pottwale können eine Länge von mehr als 20 Metern erreichen

Wissenschaftler aus Haifa erforschen Sprache der Wale

Dass Wale nicht stumm sind, sondern über Töne rege miteinander kommunizieren, ist seit langem bekannt. Ein neues Projekt soll nun herausfinden, ob es sich dabei um eine vollwertige Sprache handelt.

HAIFA (inn) – Forscher der Universität Haifa wollen zusammen mit Kollegen aus den USA und Großbritannien die „Sprache“ der Pottwale entschlüsseln. Die Studie soll sich über fünf Jahre erstrecken. Daran beteiligen sich unter anderem die Universität Harvard, das „Massachusetts Institute of Technology “(MIT) und das „Imperial College“ in London. Das Projekt trägt den Titel „Catacea Translation Initiative“ (CETI), zu Deutsch: Wal-Übersetzungsinitiative. Sein Standort ist die Karibikinsel Dominica.

Pottwale gelten als sehr intelligent. Sie sind die Tiere mit dem größten Gehirn und leben wie Menschen in Familienverbänden. Der Professor Dan Tschernow von der Universität Haifa erklärt: „Diese Säugetiere machen Klickgeräusche in verschiedenen Frequenzbereichen, wenn sie in Gesellschaft anderer Wale sind. Die Frage ist: Ist dies nur ein simpler Code oder eine echte Sprache?“

Neuer Ansatz

Um das herauszufinden, setzen die Forscher auf künstliche Intelligenz: „Bei den Fortschritten im maschinellen Lernen und fortschrittlicher Linguistik haben wir gemerkt: Wenn wir genügend Daten sammeln über die Töne und den Kontext, in dem sie verwendet werden, sowie über das Verhalten der Wale und ihre Motivation hinter den Geräuschen, dann können wir einen Algorithmus entwickeln, der uns sagt, ob sie eine echte Sprache verwenden.“ So zitiert die Online-Zeitung „The Algemeiner“ Teschernow.

Als weiterer Forscher aus Haifa unterstützt Roe Diamant vom Lehrstuhl für Meeresforschung das Projekt. Er fungiert als leitender Akustikberater und ist dafür zuständig, das modernste Abhörsystem für Meeressäuger zu installieren. Außerdem leitet die Wissenschaftlerin Bracha Nir vom Lehrstuhl für Kommunikationsstörungen die Forschung an der Verständigung der Walkühe mit ihren Kälbern.

Von: tk