Die Archäologen erhoffen sich von dem gefundenen Grenzstein Rückschlüsse auf die Besiedelung der Region

Die Archäologen erhoffen sich von dem gefundenen Grenzstein Rückschlüsse auf die Besiedelung der Region

Ein Grenzstein mit Geschichte

Der dröge Zweck der römischen Steuererhebung liefert für Archäologen einen aufregenden Fund: Ein Grenzstein im Golan trägt einen bis heute bekannten Ortsnamen. Das Artefakt bestärkt eine überlieferungsgeschichtliche These.

KATZRIN (inn) – Archäologen der Altertumsbehörde zeigen sich begeistert von einem römischen Grenzstein in den Golanhöhen. Das 1.700 Jahre alte Artefakt aus der Römerzeit trägt die Aufschrift „Nafach“ in griechischen Buchstaben. Laut den Archäologen wurde der Grenzstein unter Kaiser Diokletian um das Jahr 300 gelegt, um einen Bereich für die Steuererhebung festzulegen.

Den Forschern zufolge handelt es sich um den ersten Stein dieser Art im Golan, der einen noch heute verwendeten Namen trägt. „Nafach“ war vor dem Sechs-Tage-Krieg ein syrisches Dorf, heute trägt eine israelische Militärbasis diesen Namen. Die Besonderheit: Der Name hat sich erhalten, obwohl es an diesem Ort keine durchgehende Besiedelung gab. Sie endete in der byzantinischen Zeit vor 1.500 Jahren. Im Mittelalter befand sich hier lediglich eine Raststation an der Strecke zwischen Safed und Damaskus.

Für Danny Syon von der Altertumsbehörde und Haim Ben-David von der Genezareth-Hochschule bestärkt der Fund die These, dass Ortsnamen auch ohne durchgehende Besiedelung erhalten bleiben. In der Regel bleiben Ortsnamen nur erhalten, wenn sie über die Generationen hinweg weitergegeben wurden.

Von: df