Der Kopf in der Form einer Sichel: Im Nahen Osten war der Mondgott-Kult verbreitet

Der Kopf in der Form einer Sichel: Im Nahen Osten war der Mondgott-Kult verbreitet

Älteste bekannte Mondgott-Stele entdeckt

Bislang sind fünf Stelen des mesopotamischen Mondgottes bekannt, nun haben Forscher nördlich des Sees Genezareth eine sechste gefunden. Deren Position lässt auf einen dramatischen Vorgang schließen.

TIBERIAS (inn) – Archäologen haben in der Stätte Et-Tell, wenige Kilometer nördlich des Sees Genezareth, die älteste bekannte Mondgott-Stele entdeckt. Sie stammt aus dem 10. vorchristlichen Jahrhundert. Zu der damaligen Zeit war Et-Tell die Hauptstadt des Königreichs Geschur. Viele Bibelforscher vermuten, dass der Ort das spätere Bethsaida ist, das im Neuen Testament Erwähnung findet.

Die Bildseite des Steins mit den Maßen 70 mal 45 mal 15 Zentimeter lag auf dem Boden und blieb daher lange unentdeckt. Die Archäologen unter Leitung des Amerikaners Rami Arav (Universität von Nebraska in Omaha) vermuten, die damaligen Bewohner hätten den Stein angesichts einer Invasion umgedreht, um dessen Bedeutung zu verbergen.

Verbreiteter Kult

Bei der Entdeckung handelt es sich laut der Zeitung „Ha'aretz“ bereits um den zweiten Fund eines Abbildes des mesopotamischen Mondgottes in Et-Tell. Den ersten verorten die Forscher im 8. oder 9. Jahrhundert. Insgesamt sind sechs Mondgott-Stelen bekannt, die anderen in Südsyrien und in der Türkei.

Der Kult um den Mondgott war in der Gegend weit verbreitet. Mitunter wurden mit dessen Symbol, einer Mondsichel, Verträge besiegelt oder Grenzen markiert. Ein Zentrum war besonders vom 8. bis 6. Jahrhundert Haran.

Von: df