Herkömmliche Löschflugzeuge müssen sehr tief fliegen. Deswegen können sie nur am Tag eingesetzt werden.

Herkömmliche Löschflugzeuge müssen sehr tief fliegen. Deswegen können sie nur am Tag eingesetzt werden.

Israelische Erfindung ermöglicht Flugzeugeinsätze in der Nacht

Die israelische Firma „Elbit Systems“ hat ein System entwickelt, das auch nachts eine Brandbekämpfung aus der Luft ermöglicht. Gelingen soll dies durch eine neuartige Methode des Wasserabwerfens.

HAIFA (inn) – Die in Haifa ansässige Verteidigungsfirma „Elbit Systems“ hat erfolgreich ein neues System zur Bekämpfung großflächiger Brände getestet. „HyDrop“ ermöglicht es, Löschflüssigkeiten zielgenau und aus großer Höhe auf Brandherde abzuwerfen. Dadurch können Flugzeuge auch nachts zum Löschen eingesetzt werden.

Seit den 1950er Jahren nutzen Feuerwehren Löschflugzeuge zur Brandbekämpfung. Dafür ist es notwendig, aus möglichst geringer Höhe Wasser auf die Feuer zu werfen. Solche „Tiefflüge sind jedoch aus Sicherheitsgründen und wegen der Vorschriften der zivilen Luftfahrt nur am Tag möglich“, erklärt Jair Ganor von „Elbit Systems“. Um effektiver zu löschen, müsste jedoch auch nachts geflogen werden.

Mit Hilfe des neu entwickelten Systems seien Flugzeuge nun in der Lage, aus einer Höhe von 150 bis zu 600 Meter und damit auch nachts zu löschen, berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Das ist etwa vier Mal höher, als bei gewöhnlichen Löscheinsätzen. Dafür werden die Flugzeuge mit speziellen Flüssigkeitspellets befüllt. An Bord befindet sich weiterhin ein Computer, der die Flugbahn der 140 Gramm schweren Pellets beim Abwurf präzise berechnet. Dabei werden Geschwindigkeit des Flugzeugs, die Höhe, die genaue Position, Windverhältnisse und das Gewicht der Pellets berücksichtigt. Dadurch kann genau bestimmt werden, wo die Löschflüssigkeit landet. Bei einem Testflug mit dem System konnten die Mitarbeiter pro Quadratmeter gezielt ein bis zwei Liter Wasser einsetzen.

Durch die Pellets werde zusätzlich der Flüssigkeitsverlust minimiert. Die biologisch abbaubare Schutzhülle schütze die Wassertropfen vor Verdampfung und Zerstreuung in der Luft, erklärte Ganor. Um die Pellets herzustellen, entwickelte „Elbit Systems“ eine statisch oder mobil einsetzbare Maschine. Diese könne vor Ort bis zu zehn Tonnen Pellets pro Stunde produzieren. Das gesamte System ist nach Angaben der israelischen Firma sowohl in Flugzeugen, als auch in Helikoptern einsetzbar.

Von: mas