Ausgezeichnete Forscherinnen: Charpentier (l.) und Doudna

Ausgezeichnete Forscherinnen: Charpentier (l.) und Doudna

Genforscherinnen erhalten Wolf-Preis

Wegweisende Forschung, bahnbrechende Kunst: Für außerordentliche Beiträge erhalten neun Personen aus sechs Ländern den israelischen Wolf-Preis. Die Auszeichnung gilt als Vorbote für den Nobelpreis.

JERUSALEM (inn) – Seit einigen Jahren nutzen Genforscher ein Instrument, mit dem sich das Erbgut leicht und vergleichsweise günstig verändern lässt. Die Erfinderinnen dieser „Genschere“, die Amerikanerin Jennifer Doudna und die Französin Emmanuelle Charpentier, erhalten nun den Wolf-Preis für Medizin. Das gab die israelische Wolf-Stiftung am Montag im Beisein von Staatspräsident Reuven Rivlin in dessen Amtssitz bekannt. Die Preisverleihung erfolgt am 11. Juni in Jerusalem.

Die beiden Wissenschaftlerinnen veröffentlichten ihre Erfindung im Jahr 2012. Genforscher verbinden damit die Hoffnung, Krankheiten bekämpfen oder verhindern zu können. Auch die Möglichkeit eines „Designerbabys“ ist damit theoretisch gegeben. Diese Aussichten haben in der Wissenschaft eine Debatte um die Ethik der Erbgutforschung ausgelöst.

Forschungen zu Pflanzenblühen und Superleitern

Auch die Preisträger in den anderen vier Bereichen gab die Stiftung bekannt. In der Kategorie Kunst erhält ihn die amerikanische Fotografin Cindy Sherman, die nach Auffassung der Preisjury „den Begriff von mit einer Kamera gemachter Kunst mit wegweisender Originalität neu definiert hat“. In der Kategorie Landwirtschaft wird die Britin Caroline Dean ausgezeichnet. Sie hat untersucht, warum Pflanzen erst nach einer Kältephase blühen.

Im Bereich Physik erhalten drei Forscher den Wolf-Preis: der Spanier Pablo Jarillo-Herrero, der Amerikaner Allan H. Macdonald und der Israeli Rafi Bistritzer. Diese drei hätten im Bereich der Supraleiter anhand von Kohlenstoff-Doppelschichten Pionierarbeit geleistet, begründete die Jury die Auszeichnung. Schließlich erhalten auch zwei Mathematiker einen Wolf-Preis: Der Russe Yakov Eliashberg und der Brite Simon Donaldson werden für ihre Beiträge zur Differentialgeometrie geehrt.

Der Wolf-Preis wird seit 1978 vergeben und ist mit 100.000 US-Dollar dotiert. Der Erfinder und Philanthrop Ricardo Wolf seine Frau Francisca haben ihn gestiftet. Er gilt als Vorbote für die Nobelpreise, die gegen Ende des Jahres vergeben werden. Zu den Preisträgern gehören unter anderen der Musiker Paul McCartney und der Physiker Stephen Hawking.

Von: df

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