Israelische Forscher haben nachgewiesen, dass Primel mit Insekten kommunizieren können

Israelische Forscher haben nachgewiesen, dass Primel mit Insekten kommunizieren können

Lauschangriff der Primeln

In Zeiten von Abhörskandalen mag es schockieren, zu erfahren, dass ein Lauschangriff sogar im eigenen Garten droht, denn: Die Primel hört mit! Allerdings „hört“ sie nur, was für sie wichtig ist. Ihr geht es um heranfliegende Insekten.

TEL AVIV (inn) – Primeln können Bienen und Motten anhand des Summ-Geräusches detektieren, berichten Forscher der Universität Tel Aviv. Die Pflanzen reagieren innerhalb weniger Minuten mit süßerem Nektar.

Die Primel steht mit anderen Gewächsen im Konkurrenzkampf um Bestäuber. Wenn sie jedoch im großen Stil Nektar erzeugt, läuft sie Gefahr, Ameisen anzulocken, die die Flüssigkeit stehlen. Oder der Nektar verrottet und provoziert damit einen Mikrobenbefall. Bei dauerhaft hoher Nektarproduktion könnte die Pflanze außerdem eingehen wie eine Primel, denn das ist energieintensiv.

Abhilfe bietet ein Mechanismus, den israelische Forscher laut der Tageszeitung „Ha'aretz“ nun nachweisen konnten: Die Primel „hört“ heranfliegende Bienen und produziert daraufhin innerhalb von drei Minuten mehr und süßeren Nektar. Die Insekten werden dafür belohnt, auf den Blüten zu verweilen. Die „Ohren“ der Pflanze bilden ihre Blütenblätter: Sie nehmen die Vibrationen wahr. Die Forscher verzeichneten eine höhere Zuckerkonzentration im Nektar auch, wenn die Geräusche künstlich nachgeahmt wurden. Auf höhere Frequenzen reagierte die Pflanze nicht.

In der Vergangenheit wurde bereits nachgewiesen, dass Pflanzen auf Licht, Berührung und Chemikalien in der Luft reagieren, was Seh-, Tast- und Geruchssinn entspricht. Die neuen Ergebnisse nähren den Verdacht, dass von Menschen verursachte Geräusche die Kommunikation zwischen Pflanzen und Insekten beeinträchtigen könnten.

Von: tk