Bergen interessante Erkenntnisse für Archäologen: Maulwurfshügel

Bergen interessante Erkenntnisse für Archäologen: Maulwurfshügel

Archäologen wollen anhand von Maulwurfshügeln neue Stätten finden

Zwei israelische Forscher haben eine preiswerte und zeitsparende Möglichkeit vorgestellt, um neue archäologische Stätten ausfindig zu machen. Lange Zeit konnten sie nicht glauben, dass die Methode noch nicht eingesetzt wird.

RAMAT GAN (inn) – Israelische Archäologen setzen bei der Suche nach neuen archäologischen Stätten auf Maulwürfe. Anstatt aufwändige Grabungen unerforschten Geländesvorzunehmen, wollen die Wissenschaftler systematisch die Erde von Maulwurfshügeln untersuchen.

Der Einsatz der kleinen Tiere in der Archäologie ist nicht neu: Schon öfters kam es vor, dass Maulwürfe Artefakte an die Oberfläche gewühlt haben. Bekannt ist in diesem Zusammenhang unter anderem Whitley Castle, ein römisches Militärlager in Großbritannien aus dem 2. Jahrhundert. Die Stätte ist denkmalgeschützt und Ausgrabungen sind verboten. Doch Maulwürfe sind dort fleißig im Einsatz. Regelmäßig untersuchen freiwillige Helfer die von den Tieren aufgewühlte Erde. Auf diese Weise wurden unter anderem Geschirrteile, ein Stück eines antiken Wasserhahns sowie eine Perle von einer Halskette entdeckt. Mittlerweile ist es gängige Praxis, Maulwurfshügel in bestehenden archäologischen Stätten zu untersuchen.

Doch die israelischen Wissenschaftler Avraham Faust und Jair Sapir von der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan haben noch eine andere Idee, die Grabungsaktivitäten von Maulwürfen für die Archäologie zu nutzen: Maulwurfshügel sollen nicht mehr nur nach Artefakten durchsucht oder analysiert werden, um mehr über eine bestehende Ausgrabungsstätte zu erfahren, sondern sie sollen bei der Identifizierung neuer Stätten helfen. Sie könnten Spuren von bislang unentdeckten menschlichen Ansiedlungen enthalten

Alles begann in Tel Eton – dem biblischen Eglon

Die Idee kam den Wissenschaftlern während Untersuchungen der Ausgrabungsstätte Tel Eton im Hügelland Schefela, südöstlich von Aschkelon. Dabei waren zahlreiche Tonscherben in Maulwurfshügeln entdeckt worden. Auch in einem Gebiet, das zuvor bereits untersucht worden war – doch bei den Probegrabungen waren keine Spuren menschlicher Ansiedlungen entdeckt worden. Nach den Funden in den Maulwurfshügeln führten Wissenschaftler umfangreichere Analysen des Erdreichs durch. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sich dort tatsächlich eine menschliche Ansiedlung befunden haben musste, führten Ausgrabungen durch und wurden fündig.

Die Idee war so einfach, dass die Wissenschaftler davon ausgingen, die Methode sei bereits bekannt. „Wir konnten kaum glauben, dass dies noch niemand vorgeschlagen hatte, wir haben uns nicht getraut zu sagen, wir sind die Ersten“, erklärte Faust laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Ihre erste Veröffentlichung dazu im Jahr 2016 nannten sie daher: „Maulwurf-Aktivitäten für archäologische Untersuchung verwenden: Eine Fallstudie und ein Vorschlag“. Zwei Jahre nach dieser Publikation gibt es laut dem Bericht noch immer keinen Hinweis darauf, dass die Methode bereits angewendet wird. „Ich wage zu behaupten, wir sind die Ersten“, sagte Faust.

Auch die Grabungen anderer Tiere können helfen

„Die Identifizierung antiker Stätten ist eines der Hauptziele der archäologischen Untersuchung“, fügte der Wissenschaftler hinzu. Die Maulwurfshügel zu diesem Zweck zu nutzen, könnte im Vergleich zu Schaufeltests oder einer visuellen Untersuchung der Erdoberfläche durch Menschen viel Zeit und Kraft sparen. Auch die systematische Untersuchung der Erde, die von Präriehunden, Kaninchen oder Gürteltieren aufgewühlt wurde, könne hilfreich sein, meint Faust.

Von: dn

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