Handschriften, wie sie auf der Internetseite der Israelischen Nationalbibliothek zugänglich sind, beschäftigten auch Forscher auf dem 17. Weltkongress für Jüdische Studien

Handschriften, wie sie auf der Internetseite der Israelischen Nationalbibliothek zugänglich sind, beschäftigten auch Forscher auf dem 17. Weltkongress für Jüdische Studien

Zwei neue Datenbanken vorgestellt

In zwei Online-Datenbanken sind künftig Kunst und hebräische Handschriften weltweit für Besucher einsehbar. Während des Weltkongresses für Jüdische Studien in dieser Woche wurden die Internetseiten eingeführt.

JERUSALEM (inn) - Die Israelische Nationalbibliothek hat eine Datensammlung online geschaltet: Ktiv – Die internationale Sammlung digitaler hebräischer Handschriften hat zum Ziel, hebräische Handschriften auf seiner Internetseite für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Anlass zur Eröffnung war der 17. Weltkongress für Jüdische Studien. Die Handschriften umfassen Millionen von Seiten alter und wichtiger Texte, von denen viele bemerkenswerte Illustrationen enthalten.

David Blumberg, Direktor der Israelischen Nationalbibliothek, teilte gegenüber der Presse mit: „In Tausenden von Jahren nutzte das jüdische Volk das geschriebene Wort, um seine religiösen Überzeugungen und sein Forschungswissen auszudrücken. Hebräische Handschriften, die Wissen und Kultur des jüdischen Volkes vermitteln, durchquerten Länder und Kontinente, bevor sie in großen Bibliotheken oder Privatsammlungen Zuflucht fanden. Heute helfen uns diese Manuskripte, die Reichhaltigkeit der geistlichen und materiellen Kulturen jüdischer Gemeinschaften in der ganzen Welt zu verstehen.“ Forscher gehen von etwa 90.000 hebräischen Handschriften aus, die aus dem Mittelalter bis heute existieren und in verschiedenen Sammlungen der Welt liegen. Bisher ist etwa die Hälfte in das Projekt eingepflegt.

Das Institut für jüdische Kunst an der Hebräischen Universität hat die größte Datenbank für jüdische Kunst online gestellt. Der Bezalel Narkis Index of Jewish Art umfasst mehr als 260.000 Bilder von Objekten und Artefakten aus 700 Museen, Synagogen und Privatsammlungen von der Antike bis heute. Akademiker und Hobbyforscher können die Welt jüdischer Kunst entdecken, indem sie nach Objekt, Herkunft, Künstler, Gemeinschaft, Sammlung oder Ort suchen.

Weltkongress wird 70

Zum 17. Mal gab es in dieser Woche den Weltkongress für Jüdische Studien. Forscher aus aller Welt kamen in Jerusalem zusammen, um sich über Themen des jüdischen Lebens, Denkens und Lernens auszutauschen.

Der Kongress endete am Donnerstag. Etwa 3000 Teilnehmer kamen aus über 40 Ländern zusammen. Mehr als 1.7000 Vorträge wurden zu verschiedenen Themenschwerpunkten von Wissenschaftlern aller wichtigen Institutionen Jüdischen Lernens gehalten. Auf einer Messe konnten sich Institute und Universitätsprogramme vorstellen, die Forscher Kontakte knüpfen und sich über Angebote der Institute informieren. Ebenso erfreute ein umfangreiches Buchangebot der Institute die Besucher.

1947 hatte der Weltkongress für Jüdische Studien zum ersten Mal an der Hebräischen Universität auf dem Skopusberg stattgefunden. 1957 tagte der Weltkongress ein zweites Mal in Jerusalem und seitdem alle vier Jahre. Er gilt als das bedeutendste Ereignis innerhalb der Jüdischen Studien und hat den Fortschritt der Jüdischen Studien zum Ziel. Weiterhin will er Kooperation zwischen Instituten und akademischen Austausch fördern.

Von: mh

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