Die neuen Schulbücher üben einen radikaleren Einfluss auf die Kinder aus als die der Jahre 2014 und 2015

Die neuen Schulbücher üben einen radikaleren Einfluss auf die Kinder aus als die der Jahre 2014 und 2015

Wenn Viertklässler mit „Märtyrer“-Zahlen jonglieren

Auch die neuen palästinensischen Schulbücher erziehen nicht zur Friedfertigkeit. Positive Aspekte eines Zusammenlebens mit Israelis kommen nicht vor, stellt ein Institut fest.

RAMALLAH (inn) – Die neuen Schulbücher der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) entsprechen nicht den Anforderungen der Kulturorganisation der Vereinten Nationen (UNESCO). Dies bemängelt das „Institut für die Überwachung des Friedens und der kulturellen Toleranz bei der Schulbildung" (IMPACT-SE). Denn die Inhalte hielten sich nicht an die Standards zu Frieden und Toleranz. Die Einrichtung hat sich bei ihrer Untersuchung auf 45 Schulbücher und Lehrpläne konzentriert, die im Jahr 2016 herauskamen.

Die Wissenschaftler entdeckten unter anderem eine Verherrlichung von Attentätern. So müssen Viertklässler ausrechnen, wie viele „Märtyrer“ in den beiden „Intifadas“ insgesamt starben. Als Illustration dient ein Foto von einer Trauerprozession mit Särgen, die in palästinensische Flaggen gewickelt sind. Außerdem lernen die Kinder Sätze wie „ich werde mein Blut opfern, um das Land zu durchtränken". Der Staat Israel existiert auf den Landkarten nicht. Stattdessen sind Städte wie Tel Aviv mit arabischen Namen versehen.

Kein Hinweis auf ein konstruktives Miteinander

Lehrbücher der Jahrgangsstufen 11 und 12 gedenken des bewaffneten Kampfes der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). „Ein Schwerpunkt liegt auf historischen Ereignissen, die anti-jüdische Gewalt beinhalten, wie die Revolte von 1936–39 und die Al-Aksa-Intifada“, schreiben die Autoren der Studie. „Die Strategie von Gewalt und Druck (statt Verhandlungen) wird als die effizienteste Aktion befürwortet, um palästinensische Ziele zu erreichen."

Die Mitarbeiter des Institutes vermissen in dem Lehrmaterial jegliche Empathie für „den Anderen“. Nichtmuslime werden meist negativ dargestellt. Die Realität, dass Palästinenser und Juden in der Vergangenheit regelmäßig in vielfältigen Aktivitäten zusammengearbeitet hätten und es immer noch täten, fehle völlig.

„Trotz der Zusicherungen vom PA-Bildungsministerium sind diese neuen Bücher noch radikaler als das, was wir vorher gesehen haben“, kommentierte Institutsleiter Marcus Sheff die Ergebnisse gegenüber der Tageszeitung „Jerusalem Post“. „Es gibt klare Beweise für eine Strategie der Radikalisierung junger Palästinenser, entworfen und umgesetzt vom Ministerium, die eine Verpflichtung gegenüber einem arabischen Palästina enthält, das das komplette Gebiet von Israel umfasst.“

„Kampf“ aus den Lehrplänen streichen

Das Institut empfiehlt angesichts der Studie, dass sich der Lehrplan darauf konzentrieren sollte, eine konstruktive palästinensische Identität zu schaffen. Er sollte frei sein vom „Kampf“ und der damit einhergehenden Begrifflichkeit – also Ausdrücken wie „Widerstand“, „Dschihad“ oder „Terror“. Die Geschichte von Frieden und Zusammenarbeit in einem weiteren historischen Sinne dürfe nicht ausgespart werden. Dasselbe gelte für die Erziehung zum interreligiösen Dialog.

„IMPACT-SE“ analysiert Schulbücher und Lehrpläne. Das Institut wurde 1998 gegründet und hat seinen Sitz in Jerusalem.

Von: eh

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