Trug zur christlich-jüdischen Verständigung bei: der verstorbene Unternehmer Heinz-Horst Deichmann
Trug zur christlich-jüdischen Verständigung bei: der verstorbene Unternehmer Heinz-Horst Deichmann

Israelische Universität: Deichmann war „Quelle der Inspiration“

BE‘ER SCHEVA (inn) – Die Ben-Gurion-Universität hat den verstorbenen deutschen Schuhhändler Heinz-Horst Deichmann als „Israelfreund“ gewürdigt. Der bekennende Christ war stellvertretender Leiter des Aufsichtsrates der Hochschule im südisraelischen Be‘er Scheva.

„Die Familie der Ben-Gurion-Universität im Negev neigt das Haupt angesichts des Todes von Dr. Heinz-Horst Deichmann, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates, einem wahren Freund und freigebigen Gönner der Universität“, heißt es in einer Mitteilung der israelischen Bildungseinrichtung vom Montag.

In ihrem Nachruf schreibt die israelische Universität über den christlichen Unternehmer: „Am Vorabend des Jom Kippur 5775 ist der deutsche Wohltäter und Israelfreund Dr. Heinz-Horst Deichmann (88) verstorben.“ Die Hochschule verweist auf die großzügigen Spenden des Schuhhändlers, durch die mehrere Gebäude auf dem Campus in der Wüstenhauptstadt Be‘er Scheva finanziert wurden. Ferner würdigt sie den Beitrag für ein gemeinsames Aktionsgelände „für Angehörige aller Religionen und Völker zur Förderung von Gesundheit und Wohlstand aller Bewohner der Region“. Der Deutsche habe zudem die Völkerverständigung sowie die Erforschung der jüdischen und der christlichen Kultur unterstützt.

„Für all dies erhielt er von der Universität im Jahr 2005 den Ökumenischen Preis für Toleranz und religiöse und gesellschaftliche Verständigung, der nach Ladislav Last benannt ist“, teilt die Hochschule mit. „Im Jahr 1990 erhielt Deichmann von der Universität die Ehrendoktorwürde und im Jahr 1998 eine Auszeichnung für sein Lebenswerk.“

„Ein Vorbild für uns alle“

Auf Deichmanns Förderung des christlich-jüdischen Dialoges geht die Universität genauer ein: „In seiner Überzeugung, dass die Forschung einen Dialog zwischen den Gläubigen unterstützen kann, der direkt und frei von vorgefassten Meinungen ist, und eine Verständigung und Ergänzung zwischen den beiden Religionen, gründete Dr. Deichmann in der Ben-Gurion-Universität im Negev das Deichmann-Programm für jüdische und christliche Literatur der hellenistisch-römischen Epoche.“ Dieses schaffe ein Verbindung zwischen den Forschungsbereichen der jüdischen Literatur der Antike und der Literatur des frühen Christentums.

Die Hochschule nennt auch die wirtschaftliche Unterstützung, die der Unternehmer israelischen Herstellern angedeihen ließ. Seine Kette erwarb Produkte der Firma „Hulta-Schuhe“. Später habe Deichmann auch die Bestrebungen des 1995 ermordeten israelischen Regierungschefs Jitzhak Rabin gefördert, die Zusammenarbeit israelischer und palästinensischer Firmen zu begünstigen. Dieses Programm endete mit dem Ausbruch der „Al-Aksa-Intifada“.

„Wir nehmen Abschied von einem sehr außergewöhnlichen Menschen“, wird die Präsidentin der Ben-Gurion-Universität, Rivka Carmi, in der Mitteilung zitiert. „Seine Kraft, sein Charakter und sein persönliches Beispiel waren immer eine Quelle der Inspiration. Er glaubte an die Kraft der Gerechtigkeit und des Gebetes als Mittel für Sühne, nicht nur für seine Sünden, sondern auch für diejenigen, die er in den Tagen seines Lebens gesehen hatte, und vor allem in der Zeit der Scho‘ah. Er nahm das Gewicht der Geschichte in sein Herz und zeigte uns alles, was es gibt, auf einem anderen Weg: dem Weg von Liebe und Gerechtigkeit, Hoffnung und Mitleid. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass Heinz-Horst sein Leben in seiner Fülle gelebt hat, aus ethischer und geistiger Sicht, ein Vorbild für uns alle.“

Tochter arbeitet für Ben-Gurion-Universität

Die Universität sandte ihre Beileidswünsche an die Familie des verstorbenen Schuhhändlers. Dabei hob sie seine Tochter Ute Deichmann hervor – sie ist Vorsitzende des Jacques Loeb-Zentrums für die Geschichte und Philosophie der Lebenswissenschaften in Be‘er Scheva.

Von: eh

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