Wasser für Israels Felder: Das soll bald noch effektiver genutzt werden. Im Bild: eine Frühlingsflut in den Golanhöhen.
Wasser für Israels Felder: Das soll bald noch effektiver genutzt werden. Im Bild: eine Frühlingsflut in den Golanhöhen.

Oasen aus Stahl

JERUSALEM (inn) – Von Dürre bedrohte Länder sollen bald von israelischer Ingenieursarbeit profitieren. Dies stellte das israelische Außenministerium in Aussicht. Seinen Angaben zufolge hat das Unternehmen „IDE Technologies“ eine völlig neue Generation von Entsalzungsanlagen geschaffen.

Mehr als zuvor wurde bei der Entwicklung darauf geachtet, die Maschinen auch für Abnehmer aus den ärmsten Ländern erschwinglich und gleichzeitig hoch effizient zu machen, teilte das Außenministerium mit. Zudem sei Israel „ohne Zweifel ein führender Hersteller von Entsalzungsanlagen, Ausrüstung, innovativer Technologie und Know-How über die Entsalzung von Wasser. IDE Technologies hat hunderte von Entsalzungsanlagen rund um die Welt installiert, um in Dürrgebieten Meer- und Brackwasser trinkbar zu machen“. Über die neuen Anlage heißt es: „Israelische Forscher der Ben-Gurion Universität […] entwickelten das System, das je nach Situation auf den Kunden zurechtgeschnitten werden kann.“Zudem mache IDE „große Schritte in Richtung Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit- eine neue Anlage in China zum Beispiel läuft mit Abwärme eines Stromkraftwerks.“

Die Innovation besteht aber nicht nur in der außergewöhnlichen Effizienz der solarbetriebenen Anlage, sondern vor allem in einer neuen Filtertechnik auf Nanobasis. Damit werden Mineralien selektiv aus dem Wasser gefiltert – ganz im Gegensatz zur herkömmlichen Variante, die das Wasser restlos entsalzt. Danach werden in einem aufwendigen Verfahren die für die Ackerbewässerung nötigen Mineralien wieder hinzugefügt. Das sei für kleine Farmen der Zweidrittel-Welt viel zu kompliziert und teuer. „In einer Zeit wachsender Konkurrenz um Ressourcen sind Agrarsysteme immer mehr genötigt, effizienter zu arbeiten“, sagte Andrea Ghermandi vom „Zuckerberg Institute for Water Research“ der Ben-Gurion-Universität.

Eine Pilotanlage befindet sich derzeit auf einem viertel Hektar großen Gelände bei Hatzeva, südlich des Toten Meeres. „Bis jetzt sind die Testergebnisse sehr vielversprechend. Das entsalzene Wasser ermöglicht es den Farmern, 25 Prozent weniger Wasser und Dünger als gewöhnlich zu verwenden“, heißt es in der Mitteilung.

Eine größere Testanlage samt Trainingscenter ist in Planung. Dort sollen tausende, meist arme, Leute, die nach Israel kommen, in landwirtschaftlichen Methoden geschult werden. Allerdings fehle noch eine halbe Million Dollar an Investition.

Von: tk