Die Rennstrecke der Rallye verläuft zum größten Teil durch Wüste (Archivbild)

Die Rennstrecke der Rallye verläuft zum größten Teil durch Wüste (Archivbild)

Israelis bei Rallye Dakar in Saudi-Arabien

Für ein Autorennen durch die Wüste durften mehrere Israelis nach Saudi-Arabien einreisen. Offiziell werden sie als Belgier und Amerikaner deklariert, denn trotz einiger Annäherung sind diplomatische Beziehungen zwischen dem Königreich und Israel derzeit nicht absehbar.

DSCHEDDAH (inn) – An der diesjährigen Rallye Dakar in Saudi-Arabien haben zwei Israelis teilgenommen. Zählt man ihre Navigatoren und sonstige Helfer dazu, sind insgesamt zehn Menschen mit israelischem Pass eingereist. Laut Einschätzung der Tageszeitung „Jerusalem Post“ wäre dies vor einem Jahr noch „undenkbar“ gewesen. Die Veranstalter-Webseite listet die Teams jedoch als belgisch und amerikanisch. Es gibt offenbar weiterhin Vorbehalte, die Einreise von Israelis offiziell zu verlautbaren. Saudi-Arabien erkennt den jüdischen Staat nicht an und unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu ihm.

Die „Jerusalem Post“ zitiert den Fahrer Danny Pearl: „Es war außergewöhnlich, riesige Dünen, die sich über hunderte Kilometer erstrecken. Ich konnte meinen Blick nicht von der Aussicht wenden, aber ich musste die ganze Zeit denken: Das ist unser Nachbarland. Eines Tages – vielleicht morgen oder übermorgen – werde ich in der Lage sein, einfach für einen Ausflug hierher zu kommen.“

Wettbewerb mit Tradition

Die diesjährige Rallye Dakar startete am 3. Januar in der Hafenstadt Dscheddah. Die Route verlief über Riad, Ha’il und die im Bau befindliche Planstadt Neom. Das Rennen endete am 15. Januar am Ausgangsort. Die israelischen Fahrer erreichten die Plätze 40 und 18 in der Gesamtwertung – der eine im Leichtfahrzeug, der andere als Truckfahrer.

Die Rallye wird seit 1978 ausgetragen. Früher startete sie in Paris und endete in der senegalesischen Hauptstadt Dakar, daher war sie auch unter dem Namen Paris-Dakar bekannt. Im Jahr 2009 wurde der Wettkampf nach Südamerika verlegt. Seit 2020 lautet der Austragungsort Saudi-Arabien.

Zerbrechliche Annäherung

Als die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, der Sudan und Marokko in den vergangenen Monaten diplomatische Beziehungen zu Israel aufnahmen, äußerten israelische Politiker und Medien die Hoffnung, dass Saudi-Arabien bald folgen könne. Laut einem Bericht der Zeitung „Algemeiner“ liegen die inoffiziellen Kontakte nach Zeichen der Annäherung jedoch wieder auf Eis. Ein namentlich nicht genannter israelischer Regierungsvertreter erklärte, die Saudis seien verärgert darüber, dass Informationen über ein Geheimtreffen zwischen dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu und dem saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman an die Öffentlichkeit gedrungen sind.

Von: tk