Die marokkanisch-palästinensische Begegnung wurde im Faisal-al-Husseini-Stadion in Al-Ram ausgetragen (Archivbild)

Die marokkanisch-palästinensische Begegnung wurde im Faisal-al-Husseini-Stadion in Al-Ram ausgetragen (Archivbild)

Erstmals spielt marokkanischer Verein im Westjordanland

Seit Jahrzehnten tragen viele arabische Fußballmannschaften Spiele gegen die Palästinenser nur in anderen Ländern aus – weil sie keine Genehmigung bei Israel beantragen wollen. Doch mittlerweile brechen immer mehr Länder mit dieser Tradition und schicken ihre Teams ins Westjordanland.

RAMALLAH (inn) – Am Donnerstag hat zum ersten Mal ein marokkanisches Fußballteam im Westjordanland gegen eine palästinensische Mannschaft gespielt. Damit brach Marokko mit einer langen Tradition: Wie viele arabische Länder hat es sich bislang geweigert, in den palästinensischen Autonomiegebieten zu spielen, da das Team für die Einreise eine israelische Genehmigung beantragen musste.

Das Spiel fand im Stadion von Al-Ram bei Jerusalem statt. Der marokkanische Verein Raja Casablanca schlug den palästinensischen Club Hilal al-Quds mit 2:0. Die Begegnung wurde im Rahmen des „Arab World Club Cups“ ausgetragen, eines Fußballwettbewerbs für Vereinsmannschaften der arabischen Welt. Der leitende Direktor von Hilal al-Quds, Badr Makki, hatte vor dem Spiel erklärt: „Allein aufgrund der Präsenz von Raja Casablanca betrachten wir uns als Gewinner.“

Der Trainer der Marokkaner, Patrice Carteron, sagte vor Journalisten, sein Team sei erfreut, Marokko in Palästina zu vertreten. Laut der in Marokko ansässigen Onlinezeitung „North Africa Post“ verweigerte Israel einem Spieler und mehr als 20 marokkanischen Fans die Einreise aus Jordanien.

Saudische Mannschaft im Westjordanland erwartet

Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ meldet, wird möglicherweise nun auch die Nationalmannschaft von Saudi-Arabien am 15. Oktober ein WM-Qualifikationsspiel gegen die Palästinenser im Westjordanland austragen. Bisher hat das saudische Team Spiele gegen die Palästinenser nur im eigenen Land oder in Drittländern ausgeführt. Eine Bestätigung der Saudis steht noch aus.

In den vergangenen Jahren waren bereits Clubs und Nationalmannschaften unter anderem aus dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Bahrain sowie aus Jordanien in die palästinensischen Autonomiegebiete gekommen. Andere Teams, unter anderem aus dem Libanon oder aus Ägypten, weigern sich jedoch weiterhin.

Von: dn

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