Der Verein Adil e.V. ist im Stadtteil Wilhelmsburg angesiedelt

Der Verein Adil e.V. ist im Stadtteil Wilhelmsburg angesiedelt

Hamburger Fußballclub fördert islamistische Organisation

Ein Hamburger Fußballverein steht im Visier des Verfassungsschutzes. Er soll eine islamistische Vereinigung fördern, die sich auch schon explizit gegen Juden geäußert hat. Besonders viele Mitglieder hat sie im Stadtteil Wilhelmsburg.

HAMBURG (inn) – Ein Fußballverein in Hamburg ist offenbar von Islamisten gegründet worden. Das gab das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz bekannt. Nach seinen Informationen gehören Hintermänner des Vereins aus dem Stadtteil Wilhelmsburg einer islamistischen Organisation an, die seit 2003 verboten ist: „Hisb ut-Tahrir“ (Partei der Freiheit, HuT).

Der in Misskredit geratene Fußballclub, Adil e.V., hat am 7. April 2017 die Mitgliedschaft im Hamburger Fußball-Verband (HFV) beantragt. Die erste Herrenmannschaft spielt in der Kreisklasse B1. Der Verfassungsschutz zitiert aus einem internen Strategiepapier aus dem Gründungsjahr 2016. Demnach ist ein klares Ziel des Vereins, „neue Mitglieder für die ‚HuT‘ anzuwerben“.

Nach Angaben des Verfassungsschutzes sind drei Vorstandsmitglieder sowie die Mehrzahl der Gründungsmitglieder der islamistischen Organisation zuzurechnen. Auch der weit überwiegende Teil der Herrenmannschaft gehöre der „HuT“ an. Der Verein sei noch als gemeinnützig anerkannt.

Ein Vertreter des Fußballvereins, Ali E., wies die Vorwürfe gegenüber dem NDR zurück. Im „Hamburg Journal“ des Senders sagte er, das Vorgehen des Verfassungsschutzes sei rufschädigend. Es gehe um Integration. Der Verein habe nichts mit Religiosität zu tun.

Gegen Völkerverständigung

„Hisb ut-Tahrir“ wurde 1952 in Jerusalem gegründet. Damals zielte die Vereinigung vor allem auf die „Befreiung Palästinas“ ab, daher rührt auch der Name. Heute setzt sie sich hauptsächlich für die Errichtung eines islamischen Staates und die Wiedereinführung des Kalifats ein, parlamentarische Demokratien lehnt sie ab. Den Staat Israel und die Juden bezeichnet sie als „die zu bekämpfenden Grundübel“.

Die Partei wendet sich an die Umma, also an die Gesamtheit der Muslime, ist aber in den arabischen Ländern und Deutschland verboten. In der Verbotsverfügung des Bundesinnenministeriums von 2003 heißt es als Begründung, die Vereinigung richte sich „gegen den Gedanken der Völkerverständigung“ und befürworte „Gewaltanwendung zur Durchsetzung politischer Ziele“.

Für „Hisb ut-Tahrir“ gilt nur die Scharia

Am 12. Dezember berichtete der NDR: „Gleich zwei islamistische Organisationen sorgen bei Hamburgs Verfassungsschutz derzeit für gesteigerte Aufmerksamkeit.“ Neben der ‚HuT' ging es in dem Beitrag um eine Gruppe namens „Realität Islam“. Diese versuche „mit populistischen Forderungen und öffentlichen Veranstaltungen an der Elbe Anhänger zu gewinnen. Zwischen beiden Organisationen gibt es inhaltliche und personelle Überschneidungen“.

Als Bindeglied machte der Verfassungsschutz Raimund H. aus Hessen aus. Er sei verantwortlich für die Internetseite von „Realität Islam“ und habe auf seinem Facebook-Profil die Kampagne für die Onlinepetition vorangetrieben. „Hisb ut-Tahrir“ wiederum werbe im Internet für ein Buch des Mittelsmannes, das gleich mit einem Bekenntnis zum Kalifat beginne.

Hamburgs Verfassungsschutzchef Torsten Voß legt die Ziele der „HuT“ so dar: „Es geht ihr insbesondere um einen Staat, der allein religiös legitimiert ist – ohne nationale Grenzen und unter Führung eines Kalifen. Ausschließlich die Scharia als Gegensatz zur freiheitlich demokratischen Grundordnung soll und darf gelten." In der Hansestadt zähle die Partei etwa 220 Mitglieder, besonders viele im Stadtteil Wilhelmsburg.

Von: eh

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