Der israelische Judoka Tal Flicker gewann in Abu Dhabi eine Goldmedaille. Die Verantwortlichen des Turniers verweigerten ihm aber die Hymne seines Landes.

Der israelische Judoka Tal Flicker gewann in Abu Dhabi eine Goldmedaille. Die Verantwortlichen des Turniers verweigerten ihm aber die Hymne seines Landes.

„Wo bleibt der Aufschrei?“

Die Diskriminierung von israelischen Judokas in Abu Dhabi hat den ehemaligen hessischen Regierungssprecher Metz fassungslos gemacht. Er übt in einer Kolumne scharfe Kritik am Judoverband und an IOC-Präsident Bach.

WIESBADEN / ABU DHABI (inn) – „Ich finde es bedrückend, dass es keinen Aufschrei gegeben hat.“ Das hat der ehemalige hessische Regierungssprecher Dirk Metz in einer Kolumne der „Verlagsgruppe RheinMain“ über den Vorfall bei einem Judo-Turnier in Abu Dhabi geschrieben. Israelische Sportler durften Ende Oktober beim „Grand Slam“ weder ihre Landesflaggen auf den Kampfanzügen tragen, noch wurde ihre Nationalhymne bei der Siegerehrung von Goldmedaillengewinner Tal Flicker gespielt. Außerdem mussten die Israelis als neutrale Sportler des Judo-Weltverbandes antreten.

Metz zeigte sich fassungslos. Er verwies auf die Satzung des Internationalen Judoverbandes. Danach sei dieser eine „nicht-politische Organisation“, die keine Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion, Geschlecht oder politischer Meinung dulde. Zudem sei der Verband an die Olympische Charta gebunden, die sich gegen jegliche Diskriminierung ausspricht.

Metz griff in seiner Kolumne gesondert den deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach an. In seinen Augen habe der Präsident zu dem Vorfall nur einen „Pflichtübungsbrief“ geschickt und sich ansonsten rausgehalten. Das Verhalten bezeichnete Metz als „inakzeptabel“. Bachs Sprüche für ein friedliches Miteinander der Völker wirkten so „nur peinlich“. Auch von Deutschland hätte sich der Kolumnist gewünscht, dass es Flagge gegen die Diskriminierung gezeigt hätte.

Von: mm

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