IOC-Präsident Thomas Bach hat für die kommenden Olympischen Spiele in Rio ein offzielles Gedenken an das Massaker von München angekündigt, bei dem elf Israelis starben.
IOC-Präsident Thomas Bach hat für die kommenden Olympischen Spiele in Rio ein offzielles Gedenken an das Massaker von München angekündigt, bei dem elf Israelis starben.

IOC will „Massaker von München“ gedenken

LAUSANNE (inn) – Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Sonntag entschieden, bei den Olympischen Sommerspielen im kommenden Jahr in Rio de Janeiro eine „Gedenkecke“ für die Geiselnahme von München einzurichten. Im Jahr 1972 waren dabei elf Israelis ums Leben gekommen.

Der Ort des Gedenkens soll im Olympischen Dorf in Rio eingerichtet werden, berichtet die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Bei der Schlussfeier der Spiele soll es zudem eine Gedenkminute geben.

Im Jahr 1972 hatten acht bewaffnete Mitglieder der palästinensischen Terror-Organisation „Schwarzer September“ das Quartier der israelischen Mannschaft während der Olympischen Sommerspiele in München gestürmt und elf Mannschaftsmitglieder als Geiseln genommen. Die Geiselnehmer wollten damit die Freilassung von 232 inhaftierten Palästinensern in israelischen Gefängnissen erreichen. Außerdem forderten sie die Freilassung der deutschen RAF-Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof und des japanischen Terroristen Kōzō Okamoto. Zwei der israelischen Geiseln starben bereits bei dem Angriff. Bei dem anschließenden Befreiungsversuch kamen auch die verbliebenen neun Israelis ums Leben, außerdem ein deutscher Polizist und fünf der Terroristen.

Das Komitee wolle all derjenigen gedenken, die ihr Leben bei Olympischen Spielen verloren haben, sagte IOC-Präsident Thomas Bach. Das beziehe zum Beispiel auch den georgianischen Rennrodler Nodar Kumaritashvili ein, der im Jahr 2010 bei einem Rodelunfall in Vancouver starb.

„Guter und positiver Schritt“

In den vergangenen Jahren war das IOC mehrmals kritisiert worden, weil es keine Schweigeminute für die israelischen Opfer eingeplant hatte. Die Angehörigen der toten Israelis hätten seit Jahren für ein öffentliches Gedenken der Sportler gekämpft, berichtet „Yediot Aharonot“. Vor den Olympischen Spielen im Jahr 2012 in London initiierten sie eine Reihe von Kampagnen, um das Komitee zu einer Gedenkminute beim Auftakt der Spiele zu bewegen. Das IOC hatte das zwar abgelehnt, eine Reihe von Vertretern des Komitees nahm jedoch an einer Gedenkveranstaltung der israelischen Botschaft und der jüdischen Gemeinschaft in London teil. Der damalige IOC-Präsident Jacques Rogge gab zudem denm öffentlichen Druck nach und ließ während der Zeremonie zum Olympischen Frieden eine Schweigeminute einlegen. Es sei das erste Mal gewesen, dass den israelischen Opfern von 1972 in einem olympischen Dorf gedacht wurde, berichtet „Yediot Aharonot“.

Das Israelische Olympische Komitee erklärte, es sei „sehr glücklich“ darüber, dass Thomas Bach das Massaker von München angesprochen habe: „Wir werden auf eine offizielle Stellungnahme warten und dann darauf antworten.“

Die israelische Ministerin für Kultur und Sport, Limor Livnat, erklärte: „Obwohl die Entscheidung des IOC 43 Jahre zu spät gekommen ist, ist spät besser als nie. Die Zeit, die seit den schrecklichen Morden vergangen ist, hat den Schmerz nicht betäubt.“ Das Massaker sei für immer in das Gedächtnis der Israelis eingemeißelt. Das offizielle Gedenken daran während der Olympischen Spiele sei das Minimum an Respekt, das das IOC den Angehörigen der Opfer erweisen könne, die bei jeden Olympischen Spielen wieder daran erinnert würden.

Von: sz

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