Den Teamgeist zeigte die deutsche Nationalmannschaft auch bei der Siegerehrung.
Den Teamgeist zeigte die deutsche Nationalmannschaft auch bei der Siegerehrung.

Israels Medien loben deutsche Nationalelf

JERUSALEM / BERLIN (inn) – Israelische Lorbeeren für den Weltmeister: Deutschland hat den Titel in Brasilien verdient gewonnen. Darin sind sich die meisten Medien in Israel einig. Ein Nachrichtenportal meint gar, es habe seit 1970 keinen passenderen Fußballweltmeister mehr gegeben.

Die Tageszeitung „Ma‘ariv“ schreibt über das Finale am Sonntag in Rio de Janeiro: „Es stimmt, dass es kein großes Spiel war – aber man muss der deutschen Mannschaft zugestehen, dass sie ein perfektes Turnier beendet hat – Messis Argentinien im Finale 1:0 besiegt – den ersten Titel einer europäischen Auswahl auf südamerikanischem Boden gefeiert und den vierten insgesamt von der ‚Mannschaft‘.“ Das deutsche Wort „Mannschaft“ verwenden die hebräischen Medien oft für das Nationalteam.

Weiter merkt „Ma‘ariv“ an: „In der 114. Minute der Begegnung gelang es André Schürrle, die argentinische Verteidigung zu überwinden. Er legte den Ball auf Götzes Fuß, der nicht scheiterte und einen exakten Ball in Romeros Netz schickte – und Angela Merkel auf der Tribüne und ihre Landsleute jenseits des Meeres jubelten und freuten sich.“

Teamgeist als Erfolgsrezept

Die linksgerichtete Tageszeitung „Ha‘aretz“ hebt einen Punkt hervor, der die Deutschen zum Erfolg geführt hat. Sie titelt: „Vor allem war die deutsche Mannschaft eine Gruppe“. Der Artikel beginnt mit den Worten: „Eine Gruppe. Deutschland hat keinen Superstar wie Leo Messi, es hat keinen Neymar und auch keine wirklich hervorragenden Spieler wie in der Vergangenheit, wie Franz Beckenbauer oder Gerd Müller. Aber die Weltmeisterschaft gewonnen – und das absolut zu Recht – hat die Nationalmannschaft von Deutschland, die zum wer weiß wievielten Male bewiesen hat, dass Fußball ein Mannschaftssport ist.“

Als Beispiel nennt „Ha‘aretz“ den besten Torhüter des Turniers, Manuel Neuer. Dieser hatte als Reaktion auf seine persönliche Auszeichnung darauf hingewiesen, dass „ganz Deutschland Weltmeister“ geworden sei. „Neuer merkte an, dass Deutschland dank seines Teamgeistes gewonnen hat, und er hat selbstverständlich recht“, kommentiert das Blatt die Äußerungen des Torwarts.

Die Boulevardzeitung „Yediot Aharonot“ bescheinigt den Deutschen: „Es war das beeindruckendste Team der Meisterschaft, es zerschmetterte den Gastgeber im Halbfinale mit einer Fußballvorstellung, die nicht vergessen wird, und jetzt ist es Weltmeister.“ Das Finale sei durch Vorsicht geprägt gewesen, nicht durch glänzenden Fußball. „Doch am Ende hielt die Mannschaft, die über das gesamte Turnier hinweg besser war, den wertvollen Pokal in den Händen. 24 Jahre nach dem vorigen und 60 Jahre nach dem ersten Titelgewinn ist Deutschland erneut Weltmeister.“

Titel trotz Wetterunbilden und Zeitplan

Das Nachrichtenportal „Walla“ kann seine Begeisterung über die deutsche Leistung nicht verhehlen: „Deutschland Modell 2014 ist der verdienteste Weltmeister seit Brasilien 1970.“ Das Team müsse als Leuchtturm und Vorbild für andere Mannschaften dienen.

Autor Michael Jochin weist auf die Schwierigkeiten hin, denen die deutsche Mannschaft ausgesetzt war: „In den meisten Spielen war das Publikum gegen sie, im entschiedenen Gegensatz zu Frankreich 1998, Argentinien 1978 oder Westdeutschland 1974, aber auch Argentinien 1986 oder Brasilien 1994 und 2002.“

Der israelische Journalist fährt fort: „Nicht nur, dass es die erste europäische Nationalmannschaft ist, die den Pokal auf amerikanischem Boden erlangte. Die Deutschen erlitten in der Gruppenphase eine besonders anspruchsvolle Platzierung von Spielen, spielten mittags unter unerträglichen Bedingungen in Salvador, in der Hitze und in der Schwüle von Portoleza gegen Ghana, das ein derartiges Klima gewohnt ist, und auch im Tropensturm in Recife. Die Strecken, welche die Deutschen für dieses Turnier zurücklegen mussten, waren viel größer als die der Gegner, und vor allem von Argentinien. Das Team wurde auch in die Gruppe 7 gelost und trat unter den Letzten in den Kreislauf der Spiele ein, also war sein Zeitplan eng im Vergleich zu einem Großteil seiner Konkurrenten.“

Zum 7:1 gegen Gastgeber Brasilien schreibt der „Walla“-Autor: „Das aktuelle Deutschland wird für immer die einzige Mannschaft in der Geschichte des Fußballs bleiben, die in einem Halbfinale sieben Tore erzielt hat.“

Der Weltmeister habe „alle seine Gegner verdient geschlagen, und keiner von ihnen kann sich über Pech beklagen“. Jochins Fazit lautet: „Es hat bei diesem Turnier keine bessere Mannschaft gegeben.“

Ausführlich berichteten die israelischen Medien auch über den Empfang der frischgekürten Weltmeister durch Hunderttausende Fans in Berlin am heutigen Dienstag.

Von: eh

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