Preisvergabe: Sagui (l.) mit Grütters und dem ausgezeichneten Übersetzer Lemke

Preisvergabe: Sagui (l.) mit Grütters und dem ausgezeichneten Übersetzer Lemke

„Wichtiger Beitrag für die Annäherung zwischen Deutschland und Israel“

Hebräische Literatur auf Deutsch und deutsche Literatur auf Hebräisch: Für solche Übersetzungen erhalten in diesem Jahr zwei Israelis und ein Deutscher einen Preis.

BERLIN (inn) – Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat am Dienstag gemeinsam mit dem Geschäftsträger der israelischen Botschaft, Aaron Sagui, den Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis verliehen. Die drei Preisträger wurden von zwei Fachjurys, einer deutschen und einer israelischen, ausgewählt.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ging unter anderem an den deutschen Literaturübersetzer Markus Lemke. Dieser hatte den zeitgenössischen Roman „Über uns“ des israelischen Schriftstellers Eshkol Nevo ins Deutsche übersetzt. „Lemke gelingt es hervorragend, den psychologisch reflektierenden Erzählstil des Autors ins Deutsche zu übertragen“, begründet die Jury ihre Entscheidung. „Der Roman beleuchtet das Innenleben dreier Menschen und lässt uns am Alltag im heutigen Israel teilhaben. Lemke erweist sich einmal mehr als profilierter Vermittler israelischer Literatur der neuen Generation.“

Auch die israelische Autorin Liora Heidecker erhielt den Preis für ihre hebräische Übertragung von Else Lasker-Schülers „Der Prinz von Theben“. Da sich die israelische Jury für zwei Preisträger entschied, teilt sich Heidecker den Preis mit Yahin Onah. Er hat die Biografie „Goebbels“ von Peter Longerich übersetzt.

„Mit ihrer Kunst ermöglichen Übersetzerinnen und Übersetzer ein wechselseitiges Verstehen zwischen Kulturen. Sie bereiten damit den Weg für Empathie und Verständigung. Mit ihrer Arbeit haben sie einen wichtigen Beitrag für die Annäherung zwischen Deutschland und Israel geleistet“, sagte Kulturstaatsministerin Grütters bei der Preisverleihung.

Nächstes Jahr wieder in Israel

Die Verleihung des Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreises fand im Bundeskanzleramt statt. Der israelische Kulturminister Hili Tropper (Blau-Weiß) konnte pandemiebedingt nicht anreisen. Daher beteiligte er sich mit einem digitalen Grußwort an der Veranstaltung. Ursprünglich sollten die Preise bereits 2019 vergeben werden. Die nächste gemeinsame Verleihung ist im Jahr 2022 in Israel vorgesehen.

Der Deutsch-Hebräische Übersetzerpreis ist eine gemeinsame Initiative der deutschen und israelischen Regierung. Er wurde anlässlich des 50. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel 2015 ins Leben gerufen. Bei jeder Vergabe werden zwei Preisträger ausgezeichnet: Ein Übersetzer aus dem Hebräischen mit Zielsprache Deutsch und umgekehrt. Beide Preisträger erhalten jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro. Die Auszeichnung soll die Sprach- und Interpretationskunst von Übersetzern in beiden Ländern sichtbar machen und ihre Vermittlungsleistung würdigen. Projektträger ist das Literarische Colloquium Berlin.

Von: tmp