Begleitet sich bei Konzerten häufig selbst: Bob Dylan

Begleitet sich bei Konzerten häufig selbst: Bob Dylan

Bob Dylan feiert 80. Geburtstag

Seine Karriere begann in den 60er Jahren. Mit Liedern wie „Blowin‘ in The Wind“ wurde er weltberühmt und zur Stimme einer ganzen Generation. Eines seiner Lieder weist außerdem auf die Lage Israels hin. Am 24. Mai wird Bob Dylan 80 Jahre alt.

Musiklegende Bob Dylan feiert am heutigen Montag seinen 80. Geburtstag. Der 1941 in Minnesota geborene Sänger gehört zu den einflussreichsten Musikern des 20. Jahrhundert. Mit seinen Texten begeistert er bis heute ein Millionenpublikum. Im Jahr 2016 wurde ihm sogar der Literaturnobelpreis verliehen. Lieder wie „Blowin‘ in The Wind“ oder „The Times They Are a-Changin‘“ sind weltberühmt. Weniger bekannt ist hingegen der Song „Neighborhood Bully“, in dem Dylan die Situation Israels thematisiert.

Robert Allen Zimmerman, wie Dylans bürgerlicher Name lautet, wird am 24. Mai 1941 in der Stadt Duluth geboren. Er ist das Kind jüdischer Eltern. Deren Vorfahren kommen aus der Ukraine. Seine Karriere beginnt 1961 mit einer Reise nach New York. Kurz zuvor hatte er das College geschmissen und seinen Eltern erklärt, er wolle Musiker werden. Im Big Apple angekommen, lebt und musiziert er im Stadtviertel Greenwich Village, das damals als Hochburg der Folkmusik gilt.

Aufritt beim Bürgerrechts-Marsch auf Washington

Den ersten großen Auftritt hat Dylan am 11. April 1961 gemeinsam mit Blues-Legende John Lee Hooker. Kurz danach erhält er einen Plattenvertrag. Bereits zwei Jahre später, im Jahr 1963, geht er gemeinsam mit Folk-Sängerin Joan Baez auf Tournee durch die Vereinigten Staaten. Dabei haben sie auch einen Auftritt beim Bürgerrechts-Marsch auf Washington. Sie singen das Lied „When the Ship Comes In“. Dylan begleitet mit Gitarre und Mundharmonika. Er und Baez werden zu Ikonen der Gegenkultur.

Singen für einen gesellschaftlichen Wandel: Joan Baez und Bob Dylan

Singen für einen gesellschaftlichen Wandel: Joan Baez und Bob Dylan

Angefangen als Folkmusiker widmete er sich im Laufe der Jahre vielen weiteren Musikrichtungen, darunter Blues, Gospel und Rock 'n‘ Roll. Seine tiefergehenden Texte sorgen dafür, dass sich gerade die Rockmusik immens weiterentwickelt. Dylan ist ein Künstler, der die Gefühle und Ideen seiner Zeit auf einzigartige Weise formulieren kann. Das US-Nachrichtenmagazin „Newsweek“ beschreibt seinen Einfluss folgendermaßen: „Er bedeutet für die Popmusik das gleiche wie Einstein für die Physik.“

Lyrische Beschreibung des Phänomens Israel

Seine jüdische Herkunft ist bekannt, ebenso wie seine Hinwendung zum Christentum Ende der 70er Jahre. Im Anschluss an eine seelsorgerische Therapie und einen dreimonatigen Bibelkurs lässt sich der Musiker 1979 von Mitgliedern der charismatischen Erneuerungsbewegung Vineyard taufen. Diese Konversion und auch sein Bekenntnis, „ein wiedergeborener Christ zu sein“, kommen bei seinen Fans nicht gut an. Später distanziert er sich von dieser Aussage.

Kurz nach dieser Phase erscheint 1983 sein Album „Infidels“, in dem auch das Lied „Neighborhood Bully“ enthalten ist. Darin beschäftigt sich Dylan mit der Situation und Rolle Israels. Auch wenn der Name des Landes nicht fällt, ist die Botschaft deutlich. Er singt von einem „exilierten Mann“, der „kritisiert und verurteilt wird, dafür, dass er am Leben ist“. Dessen Familie sei „verstreut“, dessen Leute „gejagt und zerrissen“ worden. Dennoch solle sich der „Nachbarschaftstyrann“ – laut seiner Feinde – nicht wehren, sondern „hinlegen und sterben“. Weiter heißt es, „alle Imperien, die ihn versklavt haben, sind untergegangen, darunter Ägypten, Rom und sogar das große Babylon“. Zum Schluss stellt Dylan die Frage: „Was hat er getan, um so viele Narben zu tragen?“.

Konzerte in Israel – trotz Boykottforderungen

Sein bisher letztes Konzert auf israelischem Boden gab Dylan im Juni 2011 in Tel Aviv. Zuvor war er bereits 1987 und 1993 in Israel aufgetreten. Forderungen der anti-israelischen Boykott-Bewegung BDS, seine Konzerte in Israel abzusagen, hatten keinen Erfolg.

Für seine musikalischen und literarischen Werke gewann Dylan nahezu alle erdenklichen Preise. Neben elf Grammys, dem Pulitzer-Preis, einem Oscar, der „Presidential Medal of Freedom“, der höchsten zivilen Auszeichnung in den USA, wurde er 2016 sogar mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Die Jury würdigte seine „poetischen Neuschaffungen in der großen amerikanischen Gesangstradition“.

Auch mit nunmehr 80 Jahren ist Bob Dylan offensichtlich noch nicht am Ende seines Schaffens. Weiterhin textet und musiziert er. Vergangenes Jahr erschien das Studioalbum „Rough And Rowdy Ways“ mit dem fast 17-minütigen Lied „Murder Most Foul“. Ob Dylan seine „Never Ending Tour“, die 1988 ihren Anfang nahm und während der er pro Jahr etwa 100 Konzerte spielte, so weiterführen kann wie bisher, ist jedoch offen. Was ist in jedem Fall bleibt, ist sein musikalisches Erbe – auch mit dem Bezug auf Israel.

Von: Valerie Wolf