Die israelischen Fans müssen vorerst auf ihren Auftritt verzichten: Sängerin Lana Del Rey (Archivbild)

Die israelischen Fans müssen vorerst auf ihren Auftritt verzichten: Sängerin Lana Del Rey (Archivbild)

Popstar Lana Del Rey sagt Konzert in Israel doch ab

Noch vor zwei Wochen verteidigte sie das Konzert – nun hat die Sängerin Lana Del Rey ihren Festival-Auftritt in Israel abgesagt. Die Boykott-Bewegung BDS hatte die amerikanische Künstlerin unter Druck gesetzt.

JERUSALEM (inn) – Der amerikanische Popstar Lana Del Rey („Video Games“) hat seinen Auftritt beim diesjährigen Meteor-Festival in Israel abgesagt. Damit gibt die Sängerin anscheinend dem Druck der israelkritischen BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) nach. Die 33-Jährige schrieb am Freitag beim Kurznachrichtendienst Twitter: „Ich verschiebe meinen Auftritt beim Meteor-Festival bis auf die Zeit, in der ich Besuche sowohl für meine israelischen als auch meine palästinensischen Fans planen kann, sowie hoffentlich auch für andere Länder in der Region.“

In der kurzen Zeit sei es ihr „bedauerlicherweise“ nicht möglich gewesen, zwei Auftritte festzumachen. „Es ist wichtig für mich, in Palästina und in Israel aufzutreten, und alle meine Fans gleich zu behandeln.“ Aus diesem Grund fällt sie als Aushängeschild des Festivals im Kibbutz Lehavot Habaschan ganz im Norden Israels aus. Ihr Auftritt war für kommenden Freitag geplant. Neben der amerikanischen Künstlerin sollten innerhalb von drei Tagen rund 50 weitere internationale Künstler auf fünf verschiedenen Bühnen auftreten.

BDS appellierte an Del Rey

Noch vor zwei Wochen hatte Del Rey ihren Auftritt auf Twitter verteidigt und geschrieben: „Ich verstehe, viele von euch sind sauer, dass wir für das Meteor-Festival nach Tel Aviv fliegen.“ Sie könne die Besorgnis verstehen. Weiter notierte sie, dass Musik „universell“ sei und „dafür benutzt werden sollte, uns zusammenzubringen“. Del Rey hatte auch betont, dass ihr Auftritt nicht als politische Stellungnahme oder als Einverständnis mit der israelischen Politik verstanden werden sollte.

Daraufhin hatte die BDS-Bewegung an Del Rey appelliert: „Wir ermahnen dich, deine Entscheidung zu überdenken. Wir zweifeln daran, ob du auch im Apartheid-Staat Südafrika gespielt hättest.“ Aus den selben Gründen hätten sich Künstler geweigert, im „Apartheid-Staat Israel“ zu spielen.

Nicht nur Del Rey sagte ihre Teilnahme ab. Weitere Künstler zogen ihre Teilnahme zurück, meldet die Tageszeitung „Jerusalem Post“: der Australier Mall Grab, die britischen DJs Shanti Celeste und Leon Vynehall, der schwedische DJ Seinfeld, die amerikanischen Künstler Volvox, DJ Python und Shlohmo, sowie die israelisch-arabische Rockband Khalas und die Elektromusikgruppe Zenobia.

Bewusste Einscheidung, in Israel zu spielen

Der amerikanische Elektromusiker Shlohmo schrieb auf Twitter zu seiner Absage, er habe es viele Jahre abgelehnt, in Israel zu spielen. Der einzige Grund für seine geplante Teilnahme am Festival sei gewesen, dass er seine Einnahmen den Menschen in Gaza spenden wollte. „Aber nach viel Dialog empfand ich es als eine wichtigere Stellungnahme, zu allem ,Nein‘ zu sagen, anstatt zu spenden.“ Er entschuldigte sich bei seinen Fans und bei der Festivalbelegschaft. Als Gründe für seine Absage benannte er Menschenrechtsverletzungen der Regierung.

Musiker und Künstler, die in Israel auftreten, sehen sich regelmäßig Protesten und Kritik in den Sozialen Medien ausgesetzt. Häufig stammt die Kritik von BDS-Anhängern. Eine der berühmtesten Stimmen ist der Pink-Floyd-Sänger Roger Waters, der Kampagnen gegen Auftritte internationaler Künstler in Israel fährt. Es gibt aber auch diverse Bands wie Radiohead, die sich dem Druck widersetzen. Der australische Musiker Nick Cave spielte etwa mit seiner Band Bad Seeds Ende 2017 – trotz und wegen BDS – zwei Konzerte in Tel Aviv. Er wollte „einen grundlegenden Standpunkt beziehen gegen jeden, der versucht, Musiker zu zensieren und mundtot zu machen“.

Von: mab

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