Karikatur in der Kritik: Mit der Zeichnung werden offensichtlich antisemitische Klischees bedient.

Karikatur in der Kritik: Mit der Zeichnung werden offensichtlich antisemitische Klischees bedient.

Antisemitische Karikatur in belgischem Schulbuch

In Belgien gibt es Aufregung um eine Karikatur in einem Schulbuch, die mit klassischen antisemitischen Mustern eine israelfeindliche Aussage trifft. Inzwischen wurde gefordert, das Bild zu entfernen.

BRÜGGE (inn) – In einem Erdkunde-Buch, das in Belgien im Unterricht für etwa 15-jährige Jugendliche genutzt wird, ist eine Karikatur zu sehen, die antisemitische Klischees und Denkmuster transportiert. Das berichtet die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Das Bild illustriere ein Kapitel über die angeblich ungleiche Wasserversorgung der Israelis und Palästinenser.

Zu sehen ist ein dicker, durch seine Schläfenlocken als Jude erkennbarer Mann, der in einer überlaufenden Badewanne schläft, auf der „Israel“ steht. Am anderen Ende der Wasserleitung versucht eine alte Frau mit palästinensischer Fahne vergeblich, Wasser abzuzapfen. Der zugedrehte Wasserhahn hat die Form eines Davidsterns.

Entfernung des Bildes gefordert

Ein Elternteil aus Brügge, der siebtgrößten Stadt Belgiens, habe sich bei der Nichtregierungsorganisation „International Legal Forum“ über das Bild beschwert. Die Direktorin der Gruppe, Yifa Segal, setzt sich unter anderem gegen die anti-israelische Boykottbewegung BDS ein. Sie sei von der Karikatur „erstaunt“ gewesen, berichtet „Yediot Aharonot“, und habe einen Brief an das belgische Kultusministerium geschrieben. Darin habe sie die Entfernung der Karikatur aus dem Buch gefordert. Diese sei illegal und unmoralisch. Es sei kaum zu glauben, dass im Jahr 2018 Karikaturen verbreitet würden, die so unverhohlen antisemitisch seien.

Das Erdkunde-Buch sei vom Kultusministerium für die Benutzung im ganzen Land freigegeben worden, berichtet die Zeitung. In der Karikatur findet sich auch ein Text, der auf die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ verweist, nach deren Informationen die Wasservorräte ungerecht verteilt seien. Das belgische Magazin „Joods Actueel“ berichtet, Amnesty habe sich von der Karikatur distanziert.

Von: mb

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