„Boykottieren Sie Roger Waters!“: Dieser Aufruf findet sich auf wedontneednorogerwaters.com, der Homepage der Kampagne gegen Roger Waters

„Boykottieren Sie Roger Waters!“: Dieser Aufruf findet sich auf wedontneednorogerwaters.com, der Homepage der Kampagne gegen Roger Waters

Anti-BDS-Gruppe startet Kampagne gegen Roger Waters

Der „Pink Floyd“-Musiker Rogers Waters macht immer wieder Stimmung gegen Israel und bezeichnet das Land als Apartheidstaat. Er fordert Künstler auf, keine Konzerte in Israel zu geben. Nun hat sich eine Gruppe formiert, die Waters das Wasser abgraben will.

TEL AVIV (inn) – Eine neue Bewegung sagt dem Boykott Israels den Kampf an. Der Gründer und Direktor des „Instituts für die Untersuchung von globalem Antisemitismus und Politik“, Charles Asher Small, hat eine Kampagne gegen den Musiker Roger Waters gestartet. Waters ruft Künstler, die in Israel auftreten wollen, immer wieder dazu auf, die Konzerte abzusagen. Erst kürzlich appellierte er öffentlich an die britische Band Radiohead, ihren Auftritt im Juli in Tel Aviv nicht stattfinden zu lassen. Die Musikgruppe wies Waters‘ Aufruf von sich.

„Roger Waters ist der Anführer der BDS-Bewegung (Anm. d. Red.: „Boykotte, Desinvestitionen, Sanktionen“) auf kultureller Ebene“, sagte Small im Gespräch mit der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“. „Er nutzt einige der schrecklichsten alten Formen antisemitischer Tropen über jüdische Macht und darüber, dass Israel ein Apartheidstaat ist.“ Small sieht seine Befürchtung bestätigt, dass der „Pink Floyd“-Bassist aus seinem Vorgehen sogar Profit schlägt.

Dokumentation fragt, ob Waters Antisemit ist

Um dem etwas entgegenzusetzen, hat Small die Internetseite wedontneednorogerwaters.com – We don't need no Roger Waters – Wir brauchen keinen Roger Waters – ins Leben gerufen. Auf der Seite findet sich eine Petition und die Möglichkeit, für das Projekt zu spenden. Die Petition ruft dazu auf, Waters so lange zu boykottieren, „bis er auf alle Formen des Antisemitismus verzichtet, inklusive den ungerechten Boykott des jüdischen Staates“. Bis Dienstagnachmittag hatten sie mehr als 1.800 Unterzeichner unterstützt.

Auch gibt es auf der Seite einen Trailer zu dem Film „Wish you weren‘t here“ des kanadischen Filmemachers und Autoren Ian Halperin zu sehen. Der Titel spielt auf den „Pink Floyd“-Hit „Wish you were here“ an. Halperin geht in seiner Dokumentation der Frage nach, ob Waters ein Antisemit sei. Der Streifen soll voraussichtlich diesen Sommer ausgestrahlt werden.

Small und sein Institut beginnen laut eigenen Aussagen, sich mit Sponsoren und Konzernen in Verbindung zu setzen, die in Waters‘ Tour involviert sind. Sie hoffen darauf, die Firmen zu bewegen, den Künstler nicht länger zu unterstützen.

Antisemitismus in der Popkultur

Small erklärt: „Als Gelehrte haben wir bewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Boykottbewegung, Antisemitismus und der Dämonisierung von Israel gibt.“ Nun wolle er mit seinem Team einen Schritt weitergehen, um die Öffentlichkeit zu erreichen und ihr zu zeigen, „wie gefährlich diese Ideologie ist und wie sie verpackt ist in der Pop-Kultur“.

Über das Spiel mit der Angst der Künstler, die zum Teil Morddrohungen erhalten, wenn sie Konzerte in Israel ankündigen, lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht. Immer wieder lassen sich Musiker einschüchtern, viele treten aber trotz Androhungen im jüdischen Staat auf.

Von: mab

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