Will mit einem Schulfernsehsender rund um die Uhr die Bildung der Flüchtlinge fördern: der Fernsehsender „SAT-7“

Will mit einem Schulfernsehsender rund um die Uhr die Bildung der Flüchtlinge fördern: der Fernsehsender „SAT-7“

Christlicher Sender „SAT-7“ verdoppelt Zuschauerzahl

Immer mehr Menschen im Nahen Osten empfangen christliches Fernsehen. Der arabische christliche Satellitenkanal „SAT-7“ hat seine Zuschauerzahl in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt, wie eine Umfrage zeigt.

SINSHEIM / NIKOSIA (inn) – Der christliche Fernsehsender „SAT-7“ hat die Zahl seiner wöchentlichen Zuschauer seit 2011 von etwa 11 Millionen auf inzwischen 21 Millionen erhöht. Diese Erhebung präsentierte der Nordeuropa-Direktor des Senders, Kurt Johansen. Die Zahl enthalte nicht die zwei 24-Stunden-Fernsehkanäle von „SAT-7“ in Türkisch und Persisch, die ebenfalls für ein großes Publikum zugänglich sind.

Die Zahlen sind das Ergebnis einer Befragung von 57.000 Haushalten im Nahen Osten einschließlich Saudi-Arabiens und Nordafrikas. „SAT-7“ sei ein Fernsehsender von Christen aus dem Nahen Osten und Nordafrika für die Christen in diesen Ländern. Dessen Ziel sei es, der christlichen Minderheit eine Stimme zu geben und in der arabischen Welt ausgewogen über Jesus, die Bibel und ihren Glauben zu informieren, erklärte Johansen.

Wachstum in Zeiten der Krise

Der Sender solle Christen aus ihrem Minderheitenstatus heraushelfen, damit sie die Gesellschaft ihrer Länder verändern können. Dass die Zuschauerzahl in einer Zeit von Krieg und Verfolgung wachse, sei hocherfreulich, betont Johansen. „SAT-7“ verbreite bewusst eine versöhnliche Botschaft – auch in der islamischen Welt.

Wenn sie gehört werde, könne sie Leben verändern, sagte Johansen bei der Deutschen Missions-Gemeinschaft (DMG) in Sinsheim. Vor allem in Ägypten habe die Gewalt gegen Christen zugenommen. In den Live-Sendungen kämen christliche Opfer dieser Gewalt zu Wort. Sie verbreiteten trotzdem die Botschaft der Vergebung und seien eine Stimme der Hoffnung für Millionen Menschen.

Christen bekennen Glauben vor Kamera

„Der Sender kann in seinen Studios in Kairo, Limassol, Istanbul, Beirut und London frei arbeiten“, erklärte Theo Volland, Öffentlichkeitsreferent der DMG, gegenüber Israelnetz. Die Beiträge produzierten die Christen aus dem Nahen Osten für ihre Glaubensgeschwister, so dass es sich um kein westliches Fernsehen handele.

In Ägypten hat der Staat den Sender vor zwei Jahren einmal kurzzeitig geschlossen und die Ausrüstung konfisziert, weil den Behörden ein wichtiges Papier nicht vorlag. „Aber das hat sich innerhalb weniger Monate geklärt“, betonte Volland. Für die Zuschauer sei das Schauen der Sender kein Problem. „SAT-7“ habe einen guten Ruf. Problematischer werde es für Christen aus manchen Ländern, wenn sie sich vor laufender Kamera zu ihrem Christsein bekennen: „Aber dieses Risiko gehen viele der Menschen, die sich von ‚SAT-7’ interviewen lassen, ganz bewusst ein.“

Kreativer Unterricht für Kinder

Im Sommer 2017 will „SAT-7“ sein Schulfernsehen zu einem 24-Stunden-Fernsehkanal ausbauen. Der neue Kanal soll rund um die Uhr kreativen Unterricht für Kinder von der Vorschule bis zur fünften Klasse ausstrahlen. Neben den klassischen Fächern Arabisch, Englisch, Mathe und Biologie geht es auch um ethische Fragen und kindgerechte Lebenshilfe, die den Kindern bei der Verarbeitung ihrer Kriegserlebnisse helfen soll. Wenn der neue Kanal im Sommer auf Sendung geht, wird es dafür einen eigenen „YouTube“-Kanal geben. Die Unterrichtseinheiten gestalten sie mit Lehrern im Team, welche die Schulstunden vor laufender Kamera mit Schülern abhalten.

Nachts seien Programme für Eltern und Lehrer geplant, um im Zweifel auch Unterricht alleine in den Flüchtlingscamps durchzuführen oder zu Hause zu unterrichten. In Syriens Nachbarländern befänden sich drei bis vier Millionen Kinder auf der Flucht. In Syrien seien 4.400 Schulen zerstört oder hätten den Unterricht eingestellt, weil Lehrer geflohen sind. Den gebildeten syrischen Eltern tue es „extrem weh“, dass ihre Kinder durch Krieg und Vertreibung keine Chance auf Schulbildung erhalten, erklärte Johansen. Diese Lücke wolle „SAT-7“ schließen. Bildung schütze Kinder vor möglicher Radikalisierung und trage aktiv zum Frieden bei.

Christen benötigen „gesunde biblische Lehre“

Ausbauen will „SAT-7“ auch seine jungen Sendekanäle in Türkisch und Farsi (Persisch). Johansen dankte der türkischen Regierung, dass sie der christlichen Minderheit den Sendebetrieb erlaube. „SAT-7 Türk“ ist seit zwei Jahren in Betrieb und berichtet über die 2.000-jährige christliche Geschichte der Türkei, die Bedeutung der Bibel und Nachrichten aus den kleinen christlichen Gemeinden im Land. Es gehe darum, Vorurteile abzubauen, und türkische Christen vorzustellen, die offen von ihrem Glauben und Leben erzählen.

Die meisten Programme für den persischen Kanal entstehen in London. Im Iran und dem persischsprachigen Teil Afghanistans gebe es viele neue Christen, die dringend auf „gesunde biblische Lehre“ angewiesen seien, erläuterte Johansen. Deshalb liege in Farsi der Schwerpunkt auf einem Glaubensgrundkurs, den „SAT-7“ per Satellit ausstrahle. Es sei das erste Mal in der jüngeren Geschichte des Iran, dass das Evangelium in Millionen von Haushalten gesendet werde.

Von: jw

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