Das Museum für Islamische Kunst lädt zu einer Poster-Ausstellung aus dem Iran ein
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Auch politische Themen sind Teil der Auseinandersetzung. In vielen muslimischen Ländern gilt der Rabe als schlechtes Omen, Mahdi Saeedi präsentiert ihn hier mit dem Ölzweig im Schnabel als neues Symbol des Friedens
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Auch ein wandgroßes Foto des französischen Fotografen Jeremy Suyker ist zu sehen. Es zeigt junge Iraner bei einem Popkonzert im Café Jalda in Teheran.
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Niedringhaus dokumentiert das Leben der Frauen in Afghanistan während des Talibans-Regimes
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Zeichen aus dem Iran

Das Verhältnis zwischen dem Iran und Israel ist angespannt und viele Israelis verbinden mit dem Iran in erster Linie Kriegsrhetorik. Zwei Sonderausstellungen in Jerusalem zeigen ein anderes Bild von der Islamischen Republik und von Afghanistan, als es in vielen Köpfen präsent ist.

„Viele Israelis denken in Verbindung mit dem Iran vor allem an das Atomprogramm und eine existentielle Bedrohung. Doch der Iran besteht nicht nur aus Kriegsrhetorik und Atomprogramm. Es gibt eine kreative, kulturelle Szene im Iran und die wollen wir zeigen.“ Der Direktor des „Museums für Islamische Kunst“, Nadim Scheiban, und seine Mitarbeiter wissen: „Bis 1979, dem Jahr der Islamischen Revolution im Iran, bestanden sehr gute Beziehungen zwischen Israel und dem Iran. Und auch heute sind die Verbindungen vielfältiger, als man annimmt.“

Die Idee für die Ausstellung hatte der Posterkünstler Jossi Lemel aus Tel Aviv, der schließlich auch in Zusammenarbeit mit Marta Sylvestrova als Kurator fungierte. Er hatte ein Buch von Künstlern aus Teheran gesehen, in dem ihre Poster veröffentlicht waren. Ende 2012 hatten er und Sylvestrova sich die Berliner Ausstellung „Right to left“ angesehen, in der die deutschen Grafikdesigner Benjamin Wittner und Sascha Thoma Poster in bilingualem Design ausstellten.

„Dass es uns gelungen ist, diese iranischen Poster erstmalig hier in Israel ausstellen zu können, ist ein Zeichen dafür, dass es neben den offiziellen Tönen aus Teheran viele andere Stimmen gibt“, merkt Scheiban stolz an.

Ausstellung nicht immer gewollt

Scheiban berichtet über die 60 ausgestellten Poster der 27 Künstler: „Nur bereits verkaufte Poster aus den vergangenen 40 Jahren konnten wir in Israel ausstellen und ein Teil der Künstler weiß noch nicht einmal von dieser Ausstellung.“ Scheiban erklärt weiter: „Andere haben heftig protestiert, als sie von unserer Absicht erfuhren, sodass wir sie schließlich nicht ausstellten. Wieder andere hatten kein Problem mit der Ausstellung, doch es war uns wichtig, dass die Künstler im Iran sicher sind. Sicher ist, dass es uns allein nicht möglich gewesen wäre, die Ausstellung durchzuführen. Wir sind dankbar für die gute Zusammenarbeit mit der Mährischen Galerie aus Tschechien.“

Sheiban möchte verstärkt Dauerausstellungen organisieren, da diese mehr Besucher anziehen. Dabei müssen sich die Dauerausstellungen nicht verstecken: „Das Museum für Islamische Kunst wurde 1974 eröffnet und enthält fast 4.000 Ausstellungsstücke islamischer Kunst aus dem siebten bis neunzehnten Jahrhundert.“ Neben den islamischen Sammlungsstücken beherbergt das Museum außerdem eine berühmte Uhren- und Spieldosensammlung, deren Glanzstück die Uhr „160“, „Marie Antoinette“, ist. „Ein Besuch in diesem besonderen Museum lohnt sich auf jeden Fall“, ist der christliche Museumsdirektor überzeugt.

Die iranischen Poster sind noch bis Mitte November in Jerusalem ausgestellt.

Zeichen auch aus Afghanistan

Eine weitere Sonderausstellung zeigt das Jerusalemer „Museum On The Seam“. In „My Beloved Afghanistan“ (Mein geliebtes Afghanistan) sind die letzten Fotos der 2014 in Afghanistan getöteten Journalistin Anja Niedringhaus zu sehen. Darin wird vor allem das Leben der Frauen während und nach dem Taliban-Regime dokumentiert. Für ihre Fotoberichterstattung aus dem Irak war die Fotografin 2005 als erste deutsche Frau mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. (mh)

Von: mh

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