Auch Sänger Roger Waters hat die Erklärung der britischen Künstler unterzeichnet.
Auch Sänger Roger Waters hat die Erklärung der britischen Künstler unterzeichnet.

Fast 1.000 britische Künstler boykottieren Israel

LONDON (inn) – Hunderte britische Künstler haben sich zu einem kulturellen Boykott gegen Israel verpflichtet. Sie wollen damit den „palästinensischen Freiheitskampf“ unterstützen.

„Artists for Palestine UK“, also „Künstler für Palästina im Vereinigten Königreich“ – unter diesem Slogan haben britische Künstler einen Boykottaufruf gegen Israel veröffentlicht. Bislang gibt es nach Angaben der Organisatoren fast 1.000 Unterschriften. Aus technischen Gründen seien noch nicht alle Namen im Internet zu sehen. Zu den Unterzeichnern gehören Bildende Künstler, Musiker, Schauspieler oder Schriftsteller. Aus der Musikszene haben sich unter anderen Roger Waters und Richard Ashcroft dem kulturellen Boykott des jüdischen Staates angeschlossen.

Die Erklärung der Künstler lautet: „Wir unterstützen den palästinensischen Kampf um Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit. Als Antwort auf den Aufruf von palästinensischen Künstlern und Kulturschaffenden zu einem kulturellen Boykott Israels fordern wir, weder berufliche Einladungen nach Israel, noch Finanzierung anzunehmen, von jeglichen Einrichtungen, die mit seiner Regierung zusammenarbeiten – bis es sich an das internationale Recht und allgemeine Grundsätze der Menschenrechte hält.“

Wie der Protest gegen die Apartheid

Am Freitag verkündeten mehr als 100 Künstler in der britischen Tageszeitung „Guardian“, dass sie sich dem Boykott anschlössen: „Zusammen mit mehr als 600 anderen Künstlerkollegen geben wir heute bekannt, dass wir uns nicht an normalen kulturellen Beziehungen mit Israel beteiligen“, heißt es in dem Artikel, unter dem ihre Namen zu lesen sind.

Weiter schrieben die Künstler: „Seit dem Sommerkrieg gegen Gaza haben die Palästinenser keine Verschnaufpause von Israels unerbittlichem Angriff auf ihr Land, ihre Lebensgrundlage und ihr Recht auf politische Existenz genossen.“ Sie zitieren die israelische Menschenrechtsorganisation „BeTselem“: „2014 war eines der grausamsten und tödlichsten Jahre in der Geschichte der Besatzung.“

Die Verfasser des „Guardian“-Artikels ergänzten: „Israels Kriege werden auch an der kulturellen Front ausgefochten. Seine Armee nimmt sich palästinensische Kultureinrichtungen als Angriffsziel und verhindert die freie Bewegung von Kulturschaffenden.“ Sie erinnerten an Südafrika, wo Musiker aus Protest gegen die Apartheid nicht im Vergnügungskomplex „Sun City“ auftreten wollten: „Jetzt sagen wir, in Tel Aviv, Netanja, Aschkelon oder Ariel spielen wir keine Musik, nehmen keine Auszeichnungen entgegen, nehmen an keinen Ausstellungen, Festivals oder Konferenzen teil, leiten keine Meisterklassen oder Seminare – bis Israel das internationale Gesetz respektiert und seine koloniale Unterdrückung der Palästinenser beendet.“

Jüdische Schauspielerin: „Israelische Truppen handeln unmenschlich“

Auch Juden beteiligen sich an dem Boykott. So merkt die Schauspielerin Miriam Margolyes in einem Kommentar auf der Website von „Artists for Palestine UK“ an: „Eine leidende Gruppe hat um meine Hilfe gebeten; sie kann nicht vorenthalten werden. Meine Unterstützung für die palästinensische Sache ist kämpferischer, weil ich jüdisch bin und die Stärken jener Religion und das Leiden, das mein Volk im Laufe der Jahre erfahren hat, ehre.“

Weiter schreibt Margolyes: „Meine Besuche in Palästina haben mir aus erster Hand gezeigt, wie die Leute dort durch die israelischen Truppen behandelt werden. Deren Mangel an Menschlichkeit stößt mich ab – ich möchte keinen Teil daran haben.“ Das falsche Volk werde bestraft. Sie ergänzt: „Wir sind alle Menschen, Israelis, Palästinenser – und selbst die Saudis.“ Der „Islamische Staat“ sei „kein Teil von Palästina. Jene Verbrecher sind auch der Feind der Palästinenser“.

Von: eh

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