Die Flügel der Jerusalemer Windmühle drehen sich seit Dienstag wieder.
Die Flügel der Jerusalemer Windmühle drehen sich seit Dienstag wieder.

Historische Windmühle wieder in Bewegung

JERUSALEM (inn) – Erstmals seit 136 Jahren drehen sich die Flügel der Jerusalemer Windmühle wieder. Bei der Einweihung des restaurierten Gebäudes am Dienstag würdigte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu den Beitrag der christlichen Zionisten für das Wahrzeichen.

Die „Christen für Israel“ aus den Niederlanden hatten mit einer Spende die Restaurierung der Windmühle erst möglich gemacht. An sie wandte sich Netanjahu – und wechselte dabei in die englische Sprache über: „Ich glaube nicht, dass der jüdische Staat und der moderne Zionismus ohne den christlichen Zionismus möglich gewesen wären“, sagte der Regierungschef laut einer Mitteilung seines Büros. „Ich denke, dass viele christliche Unterstützer der Wiedergeburt des jüdischen Staates und der Sammlung des jüdischen Volkes im 19. Jahrhundert den Aufstieg des jüdischen Zionismus ermöglicht haben – des modernen jüdischen Zionismus.“

Netanjahu fügte hinzu: „Wir hatten immer den fest verankerten Wunsch, in unser Land zurückzukehren und es wiederaufzubauen.“ Dafür habe das jüdische Volk durch die Jahrtausende hindurch gebetet. Dass der Traum in Erfüllung ging, sei unter anderen „den vielen christlichen Freunden, die wir hatten, darunter auch Niederländer“, zu verdanken. Diese erste Komponente für den Aufstieg des Zionismus „ist heute hier gut vertreten durch unsere niederländischen Freunde, die Israel mit ihren Herzen und mit allem, was möglich ist, unterstützt haben, wir kennen die Tiefe dieser Unterstützung“. Die Israelis schätzten ihre Freunde und würden sie nie vergessen.

In hebräischer Sprache setzte der israelische Premierminister seine Ansprache fort und ging auf jüdische Philanthropen als zweite Komponente ein. Diese „kamen in kritischen Augenblicken, als die vorstaatliche Gemeinschaft schwach war und am seidenen Faden hing“. Besonders herausgeragt hätten der Baron Rothschild und Mosche Montefiore, der die Mühle außerhalb der Stadtmauern errichten ließ, um Arbeitsplätze zu schaffen. Er „leistete einen großen und bedeutsamen Beitrag dazu, dass Juden die Mauern verließen. Er trug zu ihrer wirtschaftlichen Grundlage in einer sehr schwierigen Zeit bei, selbst als der Baron Rothschild die frühen Gemeinden unterstützte“. Zudem habe er Juden dabei geholfen, Kenntnisse im Firmenmanagement zu erwerben und die Wirtschaft zu entwickeln.

Die dritte Komponente waren nach Netanjahus Worten die Juden, die ins Land Israel kamen, um es aufzubauen, zu besiedeln und zu entwickeln.

Der Standort der Mühle ist für den Regierungschef mit Kindheitserinnerungen verbunden: „Wir haben auf dem Feld Fußball gespielt und sind von Zeit zu Zeit hierherkommen“, erzählte er. Dies sei nicht einfach gewesen, weil Jerusalem damals noch durch eine Mauer geteilt war. Es habe alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen gegeben. „Als Junge und als Jugendlicher erinnere ich mich an diese Einschränkungen. Aber dies war der Schauplatz meiner Jugend, und es heißt, dass sich ein Mensch immer über den Schauplatz seiner Jugend definiert. Wir sind mit der Windmühle aufgewachsen, dieser Windmühle, die uns immer als Symbol diente.“ Sie stehe für den Geist Jerusalems.

Nach ihrer Erbauung im Jahr 1857 hatten sich die Flügel der Mühle nur 20 Jahre lang mit Unterbrechungen gedreht. Nun zerschnitt Netanjahu das Band und brachte sie nach 136 Jahren wieder in Bewegung. Dazu flogen zahlreiche weiße Tauben in die Luft. In einigen Monaten soll die Mühle auch wieder Korn mahlen, schreibt die Tageszeitung „Ma‘ariv“. Das Gebäude wurde originalgetreu restauriert (Israelnetz berichtete). Zwei Elektromotoren sollen nun die Flügel antreiben, wenn kein Wind weht. Die Mühle soll fünf Tage pro Woche in Betrieb sein.

 

www.israelnetz.com/kultur/detailansicht/aktuell/wahrzeichen-jerusalems-renoviert/

Von: eh

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