Diese Waffen beschlagnahmte die israelische Polizei in einem arabischen Dorf

Diese Waffen beschlagnahmte die israelische Polizei in einem arabischen Dorf

Gewalt unter israelischen Arabern

In der arabischen Gesellschaft in Israel stellt Gewalt ein großes Problem dar. Ein Grund: Waffen sind allgemein verfügbar.

JERUSALEM (inn) – Seit Beginn des Jahres 2021 hat es 100 Morde unter israelischen Arabern gegeben. Unter anderem hat ein Sohn seine eigene Mutter umgebracht, weil sich die Muslima zum Christentum bekehren ließ. Im Jahr 2020 sind angeblich mehr als 110 israelische Araber Opfer krimineller Gewalt geworden.

Die Gewaltbereitschaft unter den in Israel lebenden Arabern ist ein Thema, das zunehmend die Behörden und die Regierung beschäftigt. Es gibt viele Gründe dafür und deshalb ist es umso schwieriger, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Zunächst einmal ist es eine Frage der Mentalität und der Werte. Gewalt gilt nicht grundsätzlich als etwas Negatives. Vielmehr ist der Krummdolch oder das Gewehr ein Zeichen der Männlichkeit.

Das dürfte ein Grund für die allgemeine Verfügbarkeit von Waffen sein. Entweder werden sie in Heimarbeit gebastelt oder aber sie werden irgendwoher gestohlen oder gesammelt. Wegen der großen Nachfrage gibt es unter den Arabern auch einen regen Waffenhandel.

Engpässe bei der Polizei

Bis jetzt hatte die israelische Regierung den arabischen Sektor sträflich vernachlässigt und zum Beispiel kaum Polizeistationen in den überwiegend von Arabern bewohnten Dörfern und Städten eingerichtet. Als Argument wurden finanzielle Engpässe bei der Polizei genannt, was sich jedoch in naher Zukunft ändern soll. Hinzu kommt, dass die Polizei ähnlich wie das Militär als Symbol der zionistischen Staatsmacht gilt, womit sich viele Araber aus politischen und ethnischen Gründen nicht unbedingt identifizieren mochten.

Das hatte zur Folge, dass letztlich nur wenige Polizisten muttersprachliche Araber waren und entsprechend die Mentalität ihrer Mitbürger kannten. Jüdische Polizisten ohne Arabischkenntnisse in arabischen Ortschaften einzusetzen hätte schwierige Folgen haben können und wäre sicherlich kein Mittel zur erfolgreichen Fahndung nach versteckten Waffen.

Eine häufige Ursache für Todesfälle liefern ausgerechnet die beliebten Massen-Hochzeitsfeiern in den Gassen der Dörfer. Selbstverständlich gehören dann auch Freudenschüsse dazu, obgleich die in Israel streng verboten sind. Da wird mit scharfer Munition in die Luft geballert. Aber es passiert immer wieder, dass mal ein Junge auf einen Baum klettert oder dass ein kleines Mädchen das Geschehen auf der Straße vom Fenster ihrer Wohnung im Obergeschoss beobachtet. Da geht immer wieder ein Freudenschuss „ins Auge“, im wahrsten Sinne des Wortes. Der jeweilige Täter lässt sich allerdings so gut wie nie ermitteln, weil es zu viele Waffenträger mit nicht-registrierten illegalen Gewehren gibt.

Mord wegen unzüchtiger Kleidung

Zuletzt sei hier noch die strenge Kleiderordnung für arabische Frauen erwähnt. Ähnlich wie im Iran und in anderen muslimischen Ländern ist es für junge Muslimas eine „Pflicht“, ihr Haar zu bedecken. Ein beliebtes Motiv für das „friedliche Zusammenleben“ von Juden und Arabern sind Fotos vom Tel Aviver Strand. Da sieht man halbnackte jüdische Bikini-Schönheiten und dazwischen Gruppen vollverschleierter arabischer Frauen mitsamt ihren ebenso voll bekleideten Kindern. Selbst wenn sie sich bis zu den Knien ins erfrischende Meerwasser begeben, dürfen sie sich nicht ihrer züchtigen Röcke und Gewänder entledigen.

Als sich kürzlich mal eine junge Araberin im Bikini ablichten ließ, gab es in den sozialen Netzwerken einen Aufruhr. Die Kommentare darunter enthielten unverblümte Morddrohungen. Die Morde erledigen dann in vielen Fällen die Ehemänner oder ihre Brüder. Dabei geht es darum, die „Familienehre“ zu retten.

Von: Ulrich W. Sahm