Der Geschäftsführer von Nefesch B'Nefesch, Jehoschua Fassm und Integrationsministerin Pnina Tamano-Schata empfangen Olim am Ben-Gurion-Flughafen

Der Geschäftsführer von Nefesch B'Nefesch, Jehoschua Fassm und Integrationsministerin Pnina Tamano-Schata empfangen Olim am Ben-Gurion-Flughafen

Rekordeinwanderung aus Nordamerika

Im August sind 1.000 Menschen aus Nordamerika nach Israel eingewandert. Für die Organisation Nefesch B'Nefesch ist das ein neuer Rekordwert, für den es mehrere Gründe gibt.

JERUSALEM (inn) – Die Einwanderungsorganisation Nefesch B'Nefesch verzeichnet einen neuen Rekord: Insgesamt haben 1.000 nordamerikanische Juden im August Alija gemacht. In keinem anderen Monat zuvor hat Nefesch B'Nefesch so viele Neueinwanderungen abgewickelt, heißt es in einer Pressemitteilung vom Dienstag.

Unter den Einwanderern waren insgesamt 362 Familien, 391 Alleinstehende und 160 Rentner. Die Mehrheit der Olim stammt von der amerikanischen Ostküste, aber auch Juden aus Kalifornien haben ihrer Heimat den Rücken gekehrt. Die beliebtesten Ziele in Israel sind Jerusalem und Tel Aviv. Mittlerweile gehörten Randgebiete jedoch ebenso zu den bevorzugten Einwanderungszielen, erklärt Nefesch B'Nefesch.

Der Geschäftsführer von Nefesch B'Nefesch, Jehoschua Fass, zeigte sich von der hohen Zahl an Neueinwanderern erfreut. Insbesondere die Corona-Pandemie sei eine große Herausforderung gewesen, erklärte er. Bis einschließlich August hätten in diesem Jahr bereits 3.000 nordamerikanische Juden Alija gemacht. Er hoffe, dass die Zahl bis Ende des Jahres auf 4.000 bis 5.000 ansteige.

Vielschichtige Gründe für Einwanderung

Gründe für den Anstieg gibt es viele, erklärte der Pressesprecher von Nefesch B'Nefesch, Josch Brook, auf Nachfrage von Israelnetz. Die Pandemie führe bei vielen Menschen dazu, ihre Prioritäten neu zu ordnen. Für im Ausland lebende Juden gehöre dazu das Thema der Alija. Zudem habe die Pandemie gezeigt, dass in vielen Bereichen Homeoffice möglich ist. Der Wohnort spiele im Verhältnis zum Arbeitsort also eine immer geringere Rolle. Zudem biete Israel im Hinblick auf Arbeitsplätze im High-Tech-Bereich große Möglichkeiten. Dieser Bereich habe durch die Pandemie auch keine Einbußen erlebt. Insgesamt seien aber die Sommermonate grundsätzlich die Hauptzeit für Einwanderung, sagt Brook. Ursächlich dafür seien die nach den Sommerferien beginnenden neuen Schuljahre, Semester und Sprachkurse. Antisemitismus nannte der Pressesprecher nicht als Grund.

Eine kürzlich veröffentlichte Statistik des FBI zeigt jedoch, dass Juden in den USA das Ziel von 58 Prozent aller religiös motivierten Hassverbrechen sind. Insgesamt zählte das FBI 676 Hassverbrechen gegen Juden. Die Studie bezieht sich auf das Jahr 2020. Im Vergleich zu 2019 bedeuten die Zahlen einen geringen Rückgang. Vor zwei Jahren richteten sich 63 Prozent aller religiös motivierten Hassverbrechen gegen Juden.

Nach Angaben von Integrationsministerin Pnina Tamano-Schata (Blau-Weiß) sind seit Beginn des Jahres insgesamt 18.520 Juden aus aller Welt nach Israel eingewandert. Für sie sei das eine „sehr beeindruckende und ermutigende“ Zahl. Nach Angaben der Jewish Agency lag die Zahl der Olim im Jahr 2020 bei 20.000.

Nefesch B'Nefesch (etwa: „Von Seele zu Seele“) ist eine Einwanderungsorganisation, die seit ihrer Gründung 2002 Juden aus Kanada, den USA und Großbritannien bei ihrer Einwanderung unterstützt. Sie arbeitet dabei eng mit der israelischen Regierung und jüdischen Organisationen zusammen. Ziel ist es, den Einwanderern bei Formalitäten und der Arbeitssuche in ihrer neuen Heimat Israel zu helfen.

Von: mas