Im Kampf gegen das Virus setzt Israel auf eine dritte Impfung

Im Kampf gegen das Virus setzt Israel auf eine dritte Impfung

Fast 10.000 Neuinfektionen in Israel

Israel kämpft gegen eine hohe Zahl täglicher Neuinfektionen. Die Regierung setzt dabei auf eine dritte Impfung. Diese verspricht laut Experten einen hohen Schutz.

JERUSALEM (inn) – Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus kratzt am zweiten Tag in Folge an der 10.000er-Marke. Am Dienstag verzeichneten die Behörden 9.891 neue Corona-Fälle. Bereits am Vortag wurde eine ähnlich hohe Zahl gemeldet. Insgesamt waren 6,7 Prozent aller durchgeführten Tests positiv. Am Sonntag lag der Wert noch bei 6,3 Prozent. Stand Mittwochmorgen sind in Israel 75.549 aktive Fälle bekannt. Davon gelten 692 als ernst, 129 Patienten müssen beatmet werden. Seit Beginn der Pandemie sind in Israel 6.880 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Israelische Gesundheitsexperten rechnen erst mit einer deutlichen Entspannung der Situation, wenn fünf Millionen Bürger eine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Das berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Demnach geht das Gesundheitsministerium davon aus, dass die dritte Dosis des Impfstoffes von Biontech/Pfizer eine zehnfach höhere Wirksamkeit gegen die aggressive Delta-Variante aufweist. Seit Dienstag können auch Israelis ab 30 Jahren eine solche Auffrischungsimpfung in Anspruch nehmen. Nach Angaben des Ministeriums sind bislang 1,65 Millionen Israelis drittgeimpft. Gesundheitsminister Nitzan Horowitz (Meretz) sagte am Dienstag, dass die dritte Dosis bald für alle Altersgruppen zur Verfügung stehe.

Einschränkungen an Klagemauer

Ebenfalls am Dienstag kündigte die Verwaltung der Klagemauer an, den Zugang zur Selbigen auf 10.000 Gläubige zu begrenzen. Hintergrund sind die bevorstehenden Gottesdienste vor den hohen Feiertagen. In den Tagen vor dem Versöhnungstag (15. September) werden traditionell zehntausende Beter zum Bußgebet erwartet. Neben dem begrenzten Zugang sollen zusätzlich Trennwände aufgebaut werden, um besser die Abstände zwischen den Gläubigen zu gewähren.

Impfdosen für Palästinenser

Die palästinensische Gesundheitsministerin, Mai Alkaila, gab am Dienstag bekannt, dass die USA der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) 500.000 Dosen Impfstoff zur Verfügung stellen. 300.000 Dosen sollen im Westjordanland verimpft werden. Die restlichen 200.000 Dosen gehen in den Gazastreifen. Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA wurden bereits 2,2 Millionen Impfdosen in die Palästinensergebiete geliefert. Insgesamt haben 442.000 Palästinenser einen doppelten Impfschutz, 748.000 wurden bisher einmal geimpft. Nach Angaben von Alkaila liegt die Impfquote bei 22,2 Prozent. Seit Beginn der Pandemie haben sich nach offiziellen Angaben 360.121 Menschen in den Palästinensergebieten infiziert. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind 3.922 Menschen gestorben.

Von: mas